Draußen-Tag, Erlebnispfad, Dorfgarten: Thüringer Schulen für kreative Umweltprojekte ausgezeichnet


Thüringer Schulen wurden für Umweltprojekte ausgezeichnet, die über das Klassenzimmer hinauswirken. Wer erhielt die drei Sonderpreise?

Pressefoto
Von links: Sarah Sonne, Lehrer Patrick Berthold, Lenya Snarr, Raphael Phillips, Lehrerin Katja Oelsner und Valentyn Wengler vom Gymnasium Rutheneum in Gera bekamen beim Nachhaltigkeitswettbewerb einen Sonderpreis für ihr QR-Code-Projekt an der Weißen Elster. © Funke Medien Thüringen | Ingo Glase

Drei Thüringer Schulen wurden am Donnerstag auf der ega in Erfurt für ihr außergewöhnliches Engagement im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz ausgezeichnet. Die Grundschule in Neustadt an der Orla, das Gymnasium Rutheneum Gera und die Gemeinschaftsschule Grabfeld erhielten jeweils einen Sonderpreis in Höhe von 1000 Euro. Die Jury würdigte damit insbesondere Schulen, die mit ihren Projekten nicht nur innerhalb der Schulgemeinschaft wirkten, sondern auch einen positiven Beitrag für die Region und das soziale Umfeld leisten.

Die Friedrich-Schiller-Grundschule in Neustadt an der Orla wurde für ihr Projekt „Draußentag“ ausgezeichnet, bei der Nachhaltigkeit bereits in den unteren Klassenstufen erlebbar gemacht wird. Dabei findet alle zwei Wochen der Unterricht verschiedener Fächer wie Mathe und Deutsch in der freien Natur statt. Die Grundschüler lernen dabei nicht nur fachliche Inhalte, sondern entwickeln zugleich ein Bewusstsein für ihre Umwelt. Ein besonderes Ergebnis dieses Engagements ist der Waldgarten, eine Brachfläche, die innerhalb weniger Monate zu einem vielfältig bepflanzten Lern- und Lebensraum umgestaltet wurde. Auch soziale Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle: In Klassenräten lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Entscheidungen zu treffen.

Umwelt-Engagement: Rutheneum Gera gestaltet interaktiven Erlebnispfad

Ebenfalls wurde das Gymnasium Rutheneum in Gera für sein langjähriges Engagement ausgezeichnet. Besonders hob die Jury die Arbeit der Umwelt AG hervor, die mit großem Einsatz ein Erlebnispfad an der Weißen Elster gestaltet hat. Entlang des Gewässers entstanden elf Stationen mit QR-Codes, die zum interaktiven Lernen über Natur und Umwelt einladen. Nachhaltigkeit ist am Rutheneum bereits seit mehreren Jahren fest im Schulalltag verankert: Neben Müllsammelaktionen macht die Schule unter anderem am städtischen Frühjahrsputz, dem europäischen Projekt „Plastic Pirates“ sowie an verschiedenen Upcycling-Projekten auf dem Schulgelände mit.

Bemerkenswert ist dabei das ehrenamtliche Engagement der Jugendlichen, denn viele Treffen fanden in der Freizeit oder an Wochenenden statt. Sie beweisen damit, dass sie auch im Alltag Verantwortung für ihre Region übernehmen und sich aktiv mit dem Umweltschutz auseinandersetzen.

Die Gemeinschaftsschule Grabfeld erhielt die Auszeichnung für ihr umfangreiches Natur- und Artenschutzprojekt. Die Schüler gestalteten einen artenreichen Dorfgarten mit Streuobstwiese, Insektenhotel, Lichtteich und Gemüsebeet. Darüber hinaus beteiligte sich die Schule an einer großangelegten Aufforstungsaktion: gemeinsam mit der Waldgenossenschaft und dem Forstamt pflanzten die Schüler 3100 Jungbäume innerhalb von zwei Jahren in einem naheliegenden Waldgebiet.

Als „Thüringer Nachhaltigkeitsschule“ werden seit 1995 vom Thüringer Umwelt- und dem Bildungsministerium im Zweijahres-Rhythmus Einrichtungen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung einsetzen. Im Projektzeitraum 2024 bis 2026 haben sich 82 Schulen beworben, davon wurden 32 Grund-, zehn Regel-, sechs Gemeinschafts- und Gesamtschulen sowie 13 Gymnasien, sieben Förder- und drei Berufsschulen mit maximal drei Sternen ausgezeichnet. Zudem erhielten Schüler vom Albert-Schweitzer-Gymnasium Ruhla und von der Staatlichen Grundschule Kaltenwestheim Landespreise vom Thüringer Schulwettbewerb „alle für eine Welt für alle“.