Ein bärtiger Mann will Platz in Gera beherrschen


Eine legendäre Statue kehrt nach Gera zurück: Wie Bürger und Spender das Denkmal des legendären Geraers wieder zum Leben erwecken wollen – eine wichtige Entscheidung steht noch aus.

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Vertreter der Interessengemeinschaft Posthumus, darunter Matthias Weibrecht und Manfred Otto Taubert (v.l.) und Harald Jörk (r.) freuen sich über die vielen Spenden: Karin Schumann (Gästeführer), Peter Bussemer und Stefanie Bärthel (Volksbank) (v.l.n.r.). © Funke Medien Thüringen | Fanny Zölsmann

Ein großer bärtiger Mann soll schon bald einen Platz in Gera einnehmen. Vielmehr wird er seine ehemalige Heimstätte wieder zurückerobern. Sein Name: Heinrich P. Reuß. Mit einer stattlichen Höhe von fünfeinhalb Metern nimmt er Formen an und soll auf dem Johannisplatz vor dem Rutheneum wieder seinen Sockel besteigen.

Denkmal nimmt Formen an

1863 wurde das Posthumus-Denkmal zu Ehren des Reußen-Sohnes errichtet, der sich erfolgreich um die Förderung der Wirtschaft und des Schulwesens bemühte. Bis 1958 stand die Statue des Posthumus auf dem Platz vor dem Gymnasium. Ein letztes Foto von Werner Schmidt, angefertigt aus einem Fenster aus der Schule blickend, zeigt den Reußen letztmalig auf seinem Sockel thronend.

2023 haben engagierte, geschichtsinteressierte Geraer begonnen, eine Kopie des Posthumus-Denkmals errichten zu wollen. Die Interessengemeinschaft Posthumus wurde gegründet. Monatlich treffen sich die Akteure, um das Vorhaben voranzutreiben. „Ende März wollen wir die Entscheidung zum Sockel fällen, denn diese steht noch aus. Soll es ein reiner angestrahlter Betonsockel werden oder eine Hybrid-Variante: Beton und Granit?“, führt Manfred Otto Taubert, das Gesicht der IG Posthumus, aus.

Geraer Firmen und Privatpersonen unterstützen dieses Vorhaben

Im Sommer soll der Sockel stehen. „Das Geraer Unternehmen Hoffmann wird die Errichtung übernehmen“, so Taubert. In wenigen Tagen wird der Künstler Andreas Belser die Gussform des Reußen fertiggestellt haben, bereit für den Transport in die 50 Kilometer weit entfernte Gießerei“, skizziert Taubert den aktuellen Stand. Hier wird Posthumus scheibchenweise gegossen. „Etwa vier, fünf Monate wird die Fertigstellung dauern.“

Die Planungen für dieses Vorhaben übernehmen die Geraer Heiko Wendrich von der ABW Planungsgesellschaft und Tobias Friedrich von Trigis Gera.

Rund 150.000 Euro wird der bärtige Mann kosten. Etwa die Hälfte sei bereits durch Spenden und Souvenirverkäufe gesammelt. Dieser Tage kamen wertvolle Gelder aus der Geraer Bevölkerung dazu: „1000 Euro von Peter Bussemer, der den Abriss des Denkmals miterlebte. Ebenfalls 1000 Euro von Harald Frank, der als Schüler und jahrzehntelanges Mitglied des Schulfördervereins eine persönliche Verbindung zum Rutheneum hat, und 1000 Euro von der Volksbank Gera, in persona Stefanie Bärthel“, zählt Taubert auf. Letztgenannte zeigt sich über die Spendenbereitschaft der Geraer erfreut, „denn wenn jeder Geraer etwas gibt, schaffen wir es gemeinsam“.

Aufstellung für April 2027 anvisiert

Dass ein bisschen am Ende viel werden kann, zeigen die Gästeführer, die 1.600 Euro Spendengelder übergeben können. „Diese Summe ist teilweise aus den Führungen am Weltgästeführertag zusammengekommen. Diese sind zwar kostenlos, aber wir bitten jedes um Spenden für eine Geraer Kulturstätte. Aufgestockt wurden die 950 Euro mit Vereinsgeldern und einer privaten Spende von 300 Euro“, erklärt die Vorsitzende der Geraer Gästeführer, Karin Schumann.