Geraer Philharmonie spiegelt die Faszination der Weihnachtsgeschichte


In Gera spielt das Philharmonische Orchester Altenburg Gera Weihnachtsoratorien von Camille Saint-Saens und Johann Sebastian Bach.

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Christian K. Frank leitete als Gastdirigent das Philharmonische Orchester Altenburg Gera. © Theater gera-Altenburg | RENE LOEFFLER

Treffen zwei Welten aufeinander, muss es nicht gleich zum Eklat kommen. Das zeigte sich beim vierten Abonnementkonzert des Philharmonischen Orchesters Altenburg Gera in dieser Woche im Konzertsaal des Geraer Theaters.

Im ersten Teil erklang das eingängige, von sanften Stimmungen erfüllte Weihnachtsoratorium des 23-jährigen Camille Saint-Saens, das 1858 erstmals zu hören war. Den Abend beschlossen die 1734 beziehungsweise 1735 uraufgeführten Kantaten 4, 5 und 6 aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, wo zur Schilderung des biblischen Geschehens kraftraubende Fugen und noch jeden Halbsatz mit unerschütterlichem Ernst deuten wollende Rezitative und Arien zu Rate gezogen werden.

Dirigent vereint in Gera musikalische Kontraste durch präzise Interpretation

Dass aus dem Kontrast kein unüberbrückbarer Gegensatz wurde, war in der Hauptsache wohl Qualität und Wesensart der versammelten Interpreten zu danken. Der erfahrene Gastdirigent Christian K. Frank umschiffte sicher die Extreme, pochte auf zügige Tempi und präzise, unaufgeregte Abläufe, weshalb bei Saint-Saens das Leichtfüßige und Schwelgerische, bei Bach das Bizarre und Schwerblütige in verkraftbaren Grenzen blieb.

Der Konzertchor Rutheneum, den Frank seit 1994 leitet, verkörperte in beiden Stücken eine Freude machende Kultur des Musizierens, stand für eine solche Schönheit und Frische des Klangs, dass die Unterschiede der Kompositionen gelegentlich fast schon bedeutungslos zu werden schienen.

Solisten-Quintett und Orchester begeistern mit hoher Textverständlichkeit

Ein ähnliches Lob gebührt in allen Belangen dem Philharmonischen Orchester, das zudem mit rundum überzeugenden solistischen Leistungen aufwartete. Das begeistert aufgenommene Programm rundete ein durchweg auf hohem Niveau – vor allem auch in Sachen Textverständlichkeit – agierende Solisten-Quintett ab mit Julia Gromball (Sopran), Franziska Weber (Mezzosopran), Lena Herrmann (Alt), Florian Sievers (Tenor) und Lucas Reis (Bariton).