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Wir hatten uns schon Wochen vor jenem Datum vorbereitet und sowohl Gutes als auch weniger Positives über das bevorstehende große Ereignis in Erfahrung gebracht – endlich war es auch für uns Zeit, die Studienreise nach England, besser gesagt nach Hastings (Südengland), anzutreten. Gegen 21.00 Uhr hatten wir uns alle vor der Schule versammelt und auf die beiden Reisebusse gewartet, die unsere gesamte Klassenstufe quer durch Deutschland über die niederländische, belgische und französische Grenze bis nach Calais bringen würden.

Etwa eine halbe Stunde später war es Zeit, Familie und Freunden für die nächsten fünf Tage Lebewohl zu sagen und einzusteigen – in unser fahrbares Nachtquartier. Nach einer langen und mitunter unbequemen Nacht wachten die meisten von uns kurz vor der belgisch-französischen Grenze auf, hinter der wir die nächsten zwei Stunden die äußerst interessanten und spektakulären französischen Straßen kennenlernen durften. Angekommen in Calais, hieß es für uns jedoch nicht gleich „Ab auf die Fähre!“, sondern „Ab durch die Kontrolle(n)!“ – die britische „Border Patrol“ hatte es sich nicht nehmen lassen, noch in Frankreich Passkontrollen durchzuführen. Nachdem wir auch den Franzosen unsere Ausweise vorgezeigt hatten, konnten wir schließlich mit dem Bus auf die „Pride of Burgundy“ fahren und dort Snacks und Getränke zu uns nehmen oder einfach die Seeluft genießen (oder eben dem Meer mit unseren Gesichtern symbolisieren, dass alles im „grünen“ Bereich war).

Gegen 13 Uhr britischer Zeit kamen wir in Canterbury an: Im Museum „Canterbury Tales“ lernten wir Erzählungen und Sagen aus dem gleichnamigen Werk eines englischen Pilgers kennen. Mittelalterlich verkleidete Guides brachten uns in liebevoll gestalteten Kulissen diese Geschichten näher, welche uns recht gut gefielen und einen spannenden Einblick in die damalige Zeit boten. Danach hatten wir noch ein wenig Freizeit in Canterbury, bis wir schließlich zu unseren Gastfamilien in Hastings gefahren wurden: Die meisten von uns wurden positiv überrascht, was die Ausstattung der Wohnungen anging, doch das galt jedoch nicht für alle – es waren Unterkünfte vertreten, die nicht wirklich unseren Vorstellungen und deutschen Maßstäben entsprachen.

Am nächsten Morgen brachten uns unsere Gastfamilien zu sogenannten „Pick-up-Points“, an denen wir nun jeden Tag vom Bus abgeholt werden würden.

In London angekommen, genossen wir eine Stadtrundfahrt, bei der wir viele erstaunliche Dinge erfuhren, zum Beispiel, weshalb der Blackwall-Tunnel so viele Kurven hat: Als er erbaut wurde, sollten die Lastpferde nicht auf das sprichwörtliche „Licht am Ende des Tunnels“ wie wild geworden zurasen.

Während der Fahrt genossen wir zudem musikalische Untermalung durch unsere Mitschüler aus der 9m, die offensichtlich Freunde des Dauerschleifen-knopfs waren…

Danach wurden wir am Tower of London abgesetzt und hatten etwas Freizeit, um Fotos machen zu können. Einige von uns gingen auch zur Tower Bridge (die direkt „nebenan“ war) und hatten eine fantastische Sicht auf die Stadt mit all ihren modernen Gebäuden.

Später fuhren wir mit einer Fähre nach Greenwich, wo wir das Royal Observatory besichtigen konnten, welches bekanntermaßen als Grundlage des Nullmeridians und der Greenwich Mean Time diente. Im dortigen Museum konnten wir sowohl Einiges über das Observatorium selbst als auch über Astronomie generell erfahren und uns außerdem auf den Nullmeridian „stellen“, der als Metallstreifen in den Boden eingelassen war.

Am Mittwoch stand eigentlich auf dem Programm, erst Brighton zu besichtigen und danach zu den berühmt-berüchtigten Klippen zu fahren (wir erhielten die Meldung, dass wohl am Morgen ein Toter dort aufgefunden worden war), wir nutzten jedoch das plötzlich besser gewordene Wetter aus und änderten die Reihenfolge. An Beachy Head angekommen, konnten wir die sehr hohen und imposanten Klippen bestaunen, bei deren Anblick es dem ein oder anderen ein wenig mulmig wurde. Nachdem wir am Strand spaziert waren, fuhren wir weiter nach Brighton. Dort besuchten einige von uns den Royal Pavillon, der von Georg IV. im indischen Stil erbaut wurde. Innen konnten wir die exotisch-pompöse und vor allem recht luxuriöse Ausstattung bewundern – vor allem der Ballsaal hatte es uns angetan – schade, dass das Fotografieren verboten war!

Am nächsten Tag folgte das Highlight schlechthin – die Stadtralley durch London! Nach einer längeren Busfahrt wurden wir gegenüber von London Eye abgesetzt. Bereits vor Antritt der Englandreise hatten wir Stadtpläne erhalten, in die wir die Route eingetragen hatten, welche uns nun durch London führen würde. In kleinen Grüppchen - und diesmal ohne Lehrerschaft als Begleitung – liefen wir zunächst zu den Houses of Parliament, die auf uns sehr beeindruckend wirkten – Das burgähnliche Äußere und die Größe an sich waren atemberaubend! Daneben sollte eigentlich Big Ben zu sehen sein, doch leider war er aufgrund von Wartungsarbeiten komplett eingerüstet.

Unser Weg führte uns am Parlament vorbei zu Westminster Abbey – auch die Kathedrale war recht beeindruckend. Was uns jedoch gleich auffiel, waren die massiven Anti-Terror-Blockaden, die im Bereich rund um die Westminster Bridge aufgebaut waren. Dort hatte 2017 ein Islamist einen Terroranschlag mit einem SUV verübt.

Nichtsdestotrotz führten wir unseren „Stadtrundlauf“ fort und kamen gleich an Downing Street 10 vorbei, dem Sitz der britischen Premierministerin Theresa May (die wir jedoch leider nicht zu Gesicht bekamen – dafür jedoch einen royalen Zeitgenossen, aber dazu später mehr). Nach einigen hundert Metern kamen wir am Trafalgar Square mit der Lord-Nelson-Statue an, bogen jedoch gleich links ab in Richtung Buckingham Palace. Nach einer einen Kilometer langen Allee kamen wir bei der royalen Residenz an, machten ein paar Fotos und Selfies, wurden jedoch stutzig, als wir eine Menschentraube beobachteten, die sich um ein Eingangstor des Palastes gebildet hatte. Neugierig kamen wir hinzu und wunderten uns nun über die offensichtlich angespannten und nervösen Polizisten, die vor dem geöffneten Tor standen und Acht gaben, dass niemand hineinkam. Gerade, als wir schon gehen wollten, wurden die Schaulustigen noch aufgeregter und zeigten wild gestikulierend direkt zum Palast – da sahen wir es auch: Eine alte Limousine, begleitet von einem SUV, fuhr auf den Hofausgang zu und kam an uns vorbei. Einige Leute kreischten und wir erkannten, wer da gerade chauffiert wurde: niemand Geringeres als Prinz Charles, der uns winkte! Begeistert über dieses Ereignis, stellten wir jedoch nicht sonderlich erfreut fest, dass wir spät dran waren – wir mussten weiter. Die nächsten Ziele waren zwar weniger spektakulär, aber doch ganz interessant: Piccadilly Circus, Selfridges und Marble Arch hatten wir schnell erreicht.

Um 15.00 Uhr waren wir alle jedoch wieder beisammen am vereinbarten Treffpunkt – am Novello Theatre, wo wir uns das Musical „Mamma Mia“ ansahen. Nach langen zweieinhalb Stunden fuhren wir wieder mit der Fähre – diesmal zur O2-Arena, in der unter anderem die Olympischen Spiele 2012 stattfgefunden hatten.

Viel später als geplant kehrten wir nach einem langen, aber unvergleichlichen Tag wieder nach Hastings zu unseren Gastfamilien zurück, was für uns jedoch kein Problem darstellte.

Am letzten Tag in England verabschiedeten wir uns bereits morgens von unseren Gastfamilien und brachten unser Gepäck zum Reisebus. Danach besuchten wir die mysteriösen Schmugglerhöhlen im Ort, die bereits seit über 200 Jahren genutzt wurden.

Nachdem wir noch ein wenig Zeit in der Stadt verbracht hatten, hieß es jedoch für uns „Ab nach Hause!“ – diesmal nahmen wir jedoch nicht die Fähre, sondern den Eurotunnel. Gegen 18.00 Uhr fuhren wir also mit dem Bus wortwörtlich in den Zug und legten die etwa 30 Kilometer in kurzer Zeit zurück. Wieder in Calais angekommen, konnten wir uns wie auf der Hinfahrt auf unser überaus luxuriöses Nachtquartier freuen.

Nach einer langen Nacht erreichten wir schließlich wieder Gera - gern hätten wir noch ein wenig mehr Zeit in England verbracht, doch wir waren auch froh, endlich wieder daheim zu sein…

Von Gustav Blaß




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