Bonjour Amiens! - Schüler aus Gera zu Besuch in Frankreich


Deutsch-französischer Austausch zwischen dem Rutheneum Gera und dem Lycée Louis Thuillier Amiens

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Schüler des Rutheneum 1608 besuchen die Cathédrale Notre Dame d’Amiens im Rahmen eines Schüleraustausches. Foto: Rutheneum

Käse, Baguette und ein guter Schuss Gelassenheit – typisch französisch? Ob diese Vorurteile stimmen und wie die Franzosen so ticken, erfuhren wir während unseres deutsch-französischen Austauschs, der zwischen dem Rutheneum Gera und dem Lycée Louis Thuillier Amiens stattfand.

21 Ruthenen und zwei Lehrerinnen reisten für sieben Tage nach Amiens. Amiens ist eine Stadt mit circa 135.000 Einwohnern, die im Norden Frankreichs liegt. Sie ist vor allem dafür bekannt, dass der französische Schriftsteller Jules Verne hier einst lebte, welcher unter anderem den Roman „In 80 Tagen um die Welt“ schrieb.

Unsere Reise begann am 8. Juni, 5:45 Uhr am Hauptbahnhof Gera und nach elf Stunden Zugfahrt erreichten wir unsere Gastfamilien. Anfangs war es eine Umstellung, nur Französisch zu sprechen, aber nach wenigen Tagen wurde es fast alltäglich. Vor uns lag eine Woche mit umfangreichem Programm. Wir lernten die Stadt per Rallye kennen und nahmen am Unterricht unserer Austauschschüler im Lycée Louis Thuillier teil. Das Gymnasium ist Teil eines riesigen Geländes mit zwei weiteren Schulen und umfasst 2500 Schüler. Die Gastfamilien kümmerten sich gut um uns und mit der Zeit fielen immer mehr Unterschiede zwischen den Kulturen auf. So ist es in Frankreich üblich, sich für ein gemeinsames Essen sehr, sehr viel Zeit zu nehmen – bis zu drei Stunden. Drei Gänge sind keine Seltenheit. Der berühmte Käse darf dabei nicht fehlen. Und die Franzosen gehen es tatsächlich gerne gelassener an. Verspätungen sind keiner Diskussion wert, wie wir selbst erlebten. Bei einer Wanderung entlang kilometerlanger Strände in der nahe gelegenen Region Baie du Somme erkundeten wir die Gegend und die Natur. Sogar Robben konnten wir beobachten.

Ein Besuch des Wahrzeichens der Stadt durfte nicht fehlen: der Cathédrale Notre Dame d’Amiens. Sie ist zweimal so groß, wie die berühmte Notre Dame in Paris. Außerdem unternahmen wir eine Bootstour durch die Hortillonages, ein Kanalsystem mit „schwimmenden Gärten“. Beim Abschied flossen Tränen.

Was bleibt von diesem deutsch-französischen Austausch? Auf jeden Fall viele gute Freundschaften, die auch noch weiterbestehen werden. Für unsere französischen Sprachkenntnisse war diese Reise eine große Bereicherung. Zudem lernten wir die Kultur Frankreichs näher kennen und durften bei jeder Gelegenheit den leckeren Käse genießen. Vielen Eindrücke werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Ella Wiesner