Studienreise nach Wien

Morgens um 5 in Gera: Mit verquollenen Augen und schlaffen Gliedern haben wir, die Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Musikspezialklassen, uns nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr aufgerafft, um uns in aller Herrgottsfrühe zum Busbahnhof zu schleppen.
An diesem Tag sollte uns die Studienreise vom 22. - 26. April in die Musikhauptstadt Wien führen, in der wir gemeinsam den Geist der Wiener Klassiker erforschen wollten. Wir wurden zwar bis nach Wien von einem wolkenverhangenem Himmel und Regen, sowie von Müdigkeit und wenig Lust auf eine zehnstündige Busfahrt begleitet, dies änderte sich jedoch schlagartig, als die Temperaturen kurz vor Wien in die Höhe schossen und immer mehr Blau am Himmel zu sehen war. Die gute Laune wurde zusätzlich durch eine gemütliche, moderne und innenstadtsnahe Unterkunft, in der man uns Tag für Tag mit leckerem Essen verpflegte, verstärkt.

Nachdem wir am Montagnachmittag selbstständig die Umgebung erkunden durften, zeigte uns am Dienstagvormittag ein charismatisches Wiener Original mit viel Witz die Stadt. Am Nachmittag wandelten wir auf den Spuren des Kaisers Franz und seiner Frau Sissi im gewaltigen Schloss Schönbrunn, wo wir im Anschluss die Möglichkeit hatten, uns im weitläufigen und mächtigen Schlosspark zu sonnen und zu entspannen. Nach einer zusätzlichen einstündigen Busfahrt kamen wir am Mittwochmorgen in Eisenstadt an. Dort bemühten sich alle darum, das Leben und Schaffen Haydns in sich aufzunehmen und gleichzeitig Herrn Haas' Lebenstraum zu erfüllen. Zu diesem Zweck besuchten wir Schloss Esterházy mit dem weltberühmten Haydnsaal, das Haydnmuseum und auf der Rückfahrt sogar das Geburtshaus Haydns in Rohrau. An diesem Tag ist der Geist Haydns wohl so Manchem begegnet.

Die allabendliche Freizeit wurde auch am Mittwoch genutzt, um das Wiener Nachtleben zu erkunden. Dass auch Mozart Erfahrung mit jenem hatte, erfuhren wir am nächsten Tag in einem seiner Wohnhäuser im 1. Bezirk der Stadt, welches heute zu einem Museum umgestaltet ist. Nach einigen freien Stunden in der Stadt, die Viele zum Sachertorteessen nutzten, tauchten wir in die interaktiven Sphären des Hauses der Musik ein, das viele zum persönlichen Highlight der Studienfahrt kürten. Besonders das Dirigieren der Wiener Philharmoniker ließ Wünsche wahr werden.

Zur Abfahrt am Freitagmorgen zweifelte niemand mehr daran, dass der Zeitgeist der Wiener Komponisten hier noch lange lebendig sein wird.

Marlen Gräfe, Friederike Heckmann und Wilhelmine Reh (Klasse 12m)