Sozialkunde mal etwas anders

Am 30.November 2012 besuchten die zehnten Klassen die Außenstelle der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, kurz BStU, im Rahmen des Sozialkundeprojekts von Frau Enders. Unter dem Thema "Das Ministerium für Staatssicherheit - ein Mittel der Herrschaftssicherung in der DDR" hatte jede Klasse zweieinhalb Stunden die Möglichkeit, sich intensiv über das Ministerium für Staatssicherheit zu informieren. Das Projekt begann für die Schüler mit einem anschaulichen und sehr informativen Vortrag eines Mitarbeiters der BStU, der die grundlegenden Züge des ehemaligen Ministeriums erklärte, und durch Ton- und Bildmaterial einen Einblick in diese Zeit gab. Anschließend an den Vortrag folgten eine Führung durch das Gebäude der BStU und die Möglichkeit der Akteneinsicht. Während der Führung wurden vor allem die Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit deutlich gemacht. So fand man sich unter anderem im großen Archiv wieder und konnte einen Blick in einige geschwärzte Musterakten werfen. Spätestens als die Personenkarteien und die Postkontrolle näher erklärt wurden, wurde jedem Schüler bewusst, was für ein Ausmaß das Ministerium für Staatssicherheit auf die Bevölkerung und den Staat hatte. Spionage, Wohnungsdurchsuchungen und operative Personenkontrolle - was heute unvorstellbar scheint, war damals Realität und so lebte man ständig in Gefahr, ins Visier der Staatssicherheit zu geraten. Was dies genau bedeutete, wurde im zweiten Teil, der Akteneinsicht, klar. Aufgeteilt in Gruppen stand jeweils drei bis vier Schülern eine Akte bereit, in die sie Einsicht hatten. So wurde am konkreten Beispiel deutlich, was Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit waren, welche Auswirkungen dies auf die Personen hatten und wie einfach man unter Verdacht geriet. Für die Schüler war das Ergebnis ein umfassender Einblick in eine nie erlebte Zeit, die nur vom Hörensagen bekannt war.

Julia Bajovat 10/3