Präventionsworkshop gegen (Links-)Extremismus - Initiative Demokratie stärken

"Ist Linksextremismus eine unterschätzte Gefahr und was bedeutet "Extremismus" überhaupt?" Diese und andere Fragen stellten sich auch die Sozialkundekurse der 11. und 12. Klasse des Goethe-Gymnasiums/Rutheneum seit 1608 Gera. Um Jugendliche für Politik zu interessieren und sie über die Gefahren von Extremismus aufzuklären bietet die Deutsche Gesellschaft e.V. gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen "Präventionsworkshop gegen (Links)Extremismus - Initiative Demokratie stärken" bundesweit an 40 Schulen an. Auch die Schüler aus Gera hatten am 19.09.2012 die Möglichkeit an diesem etwas anderen Sozialkundeunterricht teilzunehmen. Gespannt und interessiert erwarteten die Goethegymnasiasten den Politikwissenschaftler Dr. Philipp Christoph Schmädeke, der den Workshop leiten sollte. Zum Einstieg stellten sich alle teilnehmenden Schüler einzeln vor - mit einem besonderen Augenmerk auf persönliche Interessengebiete der Politik. Im Laufe des Gesprächs wurde allen klar, dass dieser Sozialkundetag ein ganz besonderer werden würde. Dr. Schmädeke riss alle mit seiner Begeisterung für Politik mit und ließ diese ganz einfach und verständlich wirken. Thema der Gesprächsrunde, in der jeder seine Meinung, ob positiv oder negativ, einbrachte, waren unter Anderem die Proteste in Syrien, in denen erschreckenderweise seit März 2011 20.000 Menschen ums Leben kamen. Vom Thema Bürgerkrieg, über die Merkmale einer Demokratie wurden dann die Unterschiede zwischen Links- und Rechtsextremismus gemeinsam festgestellt. Diese Strömungen sind gewaltbereit, antipluralistisch und gegen das System, was natürlich unserer Gesellschaft schadet. Vor allem der Linksextremismus wird aufgrund aktueller Geschehnisse unterschätzt und steht "im Schatten" des Rechtsextremismus. Im Gespräch mit Dr. Schmädeke und einer Gruppenarbeit, die die Schüler durchführten, stellte sich jedoch heraus, dass der Linksextremismus tatsächlich eine unterschätzte Gefahr ist. Der frühere Deutsche Bank Chef Alfred Herrhausen wurde am 30.11.1989 von einem Kommando der "Roten Armee Fraktion" hingerichtet, da Herrhausen mit seiner Bank an der Spitze der faschistischen Kapitalstruktur stand und die "RAF" eine Front gegen den Imperialismus bilden wollte. Ein Beispiel für die großen, von der Bevölkerung unterschätzten, Gefahren, die auch vom Linksextremismus ausgehen können. Um am Ende des Workshops und sechs aufschlussreichen, interessanten Stunden diesen abzurunden, musste jeder Schüler Handlungssvorschläge erarbeiten, wie der (Links-)Extremismus an der Schule und in der Gesellschaft vermieden werden könnte. Alles in allem kann man sagen, dass dieser Workshop allen Teilnehmern die Chance gegeben hat sich mit diesem meist totgeschwiegenen Thema auseinanderzusetzen. Außerdem hat das Projekt allen die Augen vor politischem Extremismus geöffnet. Ein Dank geht an Frau Enders, die diesen Workshop an unsere Schule geholt hat und natürlich an Herrn Dr. Schmädeke, der die Themen der Politik und des Extremismus nicht besser und schülerfreundlicher hätte vermitteln können!
Sophie Tschirschke (SK gA 12)