Grenzübergreifende Lebensgeschichten - Des biographies transfrontalières

Viele große geschichtliche Ereignisse und Beschlüsse stützen sich auf die Beziehungen und das Leben von Menschen verschiedenster Kulturen und Sprachen. Diese behandeln damit zumeist Zusammenhänge zwischen einzelnen Individuen und haben deshalb einen großen Einfluss auf deren Leben. Ein Beispiel dafür ist auch der Elysée - Vertrag von 1963, dessen Abschluss sich in diesem Jahr zum 50. Male jährte. In ihm geht es vor allem um engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich in Außenpolitik, Sicherheit und Kultur. Die Menschen und deren Leben aber, auf die dieser Vertrag hauptsächlich Auswirkungen hatte und noch hat, war für uns von Interesse, im Rahmen eines Projektes grenzüberschreitende Lebensgeschichten einzelner Personen zu erzählen. So führten wir Interviews, in denen wir gezielt Fragen zu den persönlichen Umständen sowie Erfahrungen der Befragten stellten, um direkte Einblicke in das Leben sowohl der deutschen als auch der der französischen Interviewpartner zu bekommen. Zunächst suchten wir aber erst diese Menschen, die gleichzeitig einen Bezug zu Frankreich und Deutschland haben und diesen pflegen, um die Thematik auf individuelle Weise zu verdeutlichen. Dazu führten wir im Umfeld aller beteiligten Lehrer und Schüler eine Suche nach potentiellen Interviewpartnern durch und kamen auf eine Liste von 18 Personen. Dabei stellten wir fest, dass sich der deutsch-französische Bezug vieler Befragter aus unterschiedlichen Kontexten ergab, die sich bei näherer Betrachtung in die Kategorien "gestern", "heute" und "morgen" einteilen ließen. Genau diese Personen sind es, die die deutsch-französische Geschichte lebendig verkörpern. Als Teil derer sehen auch wir uns, die wir im Rahmen unseres deutsch-französischen Schüleraustausches mit dieser Projektarbeit auch zur deutsch - französischen Verständigung beitrugen, indem wir unsere Ergebnisse in einer Broschüre veröffentlichen. Dieser Austausch fand in den Jahren 2012/2013 zwischen Schülern unseres Goethe-Gymnasiums/Rutheneum seit 1608 in Gera und Schülern des Lycée Louis Thuillier in Amiens statt. Wir beschäftigten uns mit unseren "Corres" unter der Leitung von vier Lehrkräften bereits im Vorfeld intensiv mit bilateralen Themen wie Kultur, Politik, Gesellschaft und Sprache Frankreichs und Deutschlands. Der Wettbewerb der Körber - Stiftung erschien uns dann als Anlass, das von uns Schülern angeeignete Wissen über deutsch-französische Beziehungen unter Beweis zu stellen und die umfassenden Untersuchungen zu einem sinnvollen und fachgerechten Ergebnis zu führen.