Die 13m auf den Spuren von Schiller und Goethe

Exkursionsbericht von Louisa Gaudes (13smD)

"Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen"
(Johann Wolfgang von Goethe)
Das ist auch der Grund, warum sich unsere Klasse, passend zum Schillerjahr 2009, für einen Rundgang auf den Spuren der beiden bedeutendsten deutschen Dramatiker Friedrich Schiller (1759 - 1805) und Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) entschieden hatte. Nach unserer Ankunft auf dem Weimarer Bahnhof, begaben wir uns auf den Weg zu Schillers Wohnhaus, wobei wir natürlich nicht die Gelegenheit verpassten, vor dem berühmten Goethe - und Schillerdenkmal ein Gruppenfoto zu machen. Im Schillerhaus erwartete uns neben den Wohn - und Arbeitszimmern, auch eine Ausstellung über das Leben und Wirken Schillers in Thüringen. Hier konnten wir einiges zu den Hintergründen mancher Werke, als auch Kochrezepte von Schillers Mutter erfahren. Einige nutzten zudem die Gelegenheit ihrer "Kreativität" freien Lauf zu lassen, indem sie versuchten mit Gänsefedern und Tinte Buchstaben in der Sütterlinschrift zu formen. Die Sütterlinschriften, meist auch einfach Sütterlin genannt, sind zwei 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums von Ludwig Sütterlin entwickelte Ausgangsschriften, die den Kindern das Schreibenlernen zu erleichtern sollten. Bei einem Film, erfuhren wir etwas über die wichtigsten Lebensstationen Schillers. Nach seiner Ausbildung an einer Militärakademie und dem Beginn eines Jurastudiums an der Karlsschule, flüchtete er 1782 nach Mannheim und wurde dort Theaterdichter am Nationaltheater. Nach einigen Aufenthalten in Leipzig, Dresden und Umgebung, kam er 1787 in Weimar an. Dort begegnete er Goethe. Doch vor ihrer Freundschaft, die in der neueren deutschen Geistesgeschichte einzigartig ist, hatte es lange Zeit so ausgesehen, als wären sie unvereinbare Konkurrenten. Sie gingen sich, nach Goethes Rückkehr aus Italien, weitgehend aus dem Weg. Schiller hielt Goethe für elitär und eigennützig und Goethe sah in Schiller nur den Stürmer und Dränger. Sie kamen sich erst näher, als Schiller die Herausgabe einer literarischen Zeitung plante. Sie waren von nun an häufiger zusammen und schrieben sich fast täglich Briefe. Durch ihre Zusammenarbeit entwickelte sich ein Stil, der als "Weimarer Klassik" zur Epochenbezeichnung wurde. Nach einer kurzen Pause, wurde unser Ausflug auf den Spuren Goethes fortgeführt. Nach der Ankunft an dessen Wohnhaus, sahen wir erneut einen Film. Diesmal logischerweise über das Leben Goethes. In diesem Film erfuhren wir u.a. etwas über Goethe und dem Großherzog Carl August, zwischen denen sich sehr bald ein enges persönliches Freundschaftsverhältnis herstellte, in dem der um acht Jahre ältere Goethe die Rolle eines mäßigenden Mentors gegenüber dem ungestümen jungen Herzog übernahm. Nach ihrer ersten Begegnung 1774 ernannte der damals erst 18 - jährige Herzog 1776 Goethe zum "Geheimen Legationsrat mit Sitz und Stimme im Geheimen Staatsdienst". Es war schon immer ein großer Wunsch von Goethe Einfluss auf die Politik zu haben, denn er wollte seine Werke auf die Realität übertragen. Er suchte immer neue Ansätze für Verbesserungen der sozialen und politischen Verhältnisse, doch er scheiterte an den Bedingungen der damalige Zeit. Nach dem Film begann unsere Führung durch das einstige Wohnhaus Goethes. Dazu wurden wir aber zunächst mir Hörverstärkern ausgerüstet, damit wir auch ja alles verstehen, was uns die Führerin sehr umfangreich mitteilte. Wir besichtigten die Wohnräume Goethes und seiner Frau Christiane, das Arbeitszimmer, die Bibliothek, sowie die Empfangs- und Kunstsammlungsräume, bei deren Einrichtung der Hausherr sehr von seiner Italienreise beeinflusst wurde. Das Wohnhaus wirkte sehr authentisch, weil auf Beschilderungen, wie in einem Museum verzichtet wurde. Da der Großteil der Räume so belassen wurde, wie sie zu Goethes Lebzeiten waren, war es fast so, als ob der Hausherr nur mal kurz unterwegs gewesen sei. Nach diesem Rundgang, folgte ein Stadtrundgang durch Weimar. Dieser begann am Markt, wo wir das Rathaus im neogothischen Stil, samt Glockenspiel, bewundern durften. Es ging weiter, am Hotel Elephant und an der Hochschule für Musik Franz Liszt vorbei, zur Anna Amalia Bibliothek, wo man vom Brand vor 5 Jahren überhaupt nichts mehr sah. Bei Goethes Gartenhaus, wo der Erlkönig und Faust entstand, erfuhren wir, dass Goethe und Carl August anscheinend die Begründer der freien Körperkultur in Weimar waren, weil sie des öfteren nackt in der Ilm badeten. Nach passieren eines 200 - jährigen Ginkgobaumes, den Goethe selbst gepflanzt hatte, endete unser Stadtrundgang am Ginkgo Museum. Nach einem sehr interessanten und informationsreichen Tag beendeten wir unseren Ausflug auf Goethes und Schillers Spuren und traten unsere Rückreise an. Insgesamt gesehen, war dieser Ausflug eine schöne und willkommene Abwechslung zum ausschließlich theoretischen Unterricht. Also sehr empfehlenswert.