Faszination Frankreich

Bericht über deutsch-französischen Schüleraustausch von Christina Seidel (10m)

Vom 14. - 21. September reisten Schülern des Goethe-Gymnasiums/ Rutheneum seit 1608 in das kleine Dorf Chambon-Sur-Lignon im Zentralmassiv Frankreichs um an einem internationalen Austausch teilzunehmen. Neben den deutschen Schülern erkunden spanische und tschechische Schüler im Rahmen des Austausch-Projektes für vier Wochen das Gastland. Unter dem Thema "Chez vous avec mes yieux" (zu dt.: bei euch mit meinen Augen) sollen Ausarbeitungen, Nachforschungen und Fragen zu den Themen "Nachhaltigkeit" und "erneuerbare Energien" zusammengetragen werden. Zwei französische Schüler tun dies hier in Gera. Unsere Reise begann im warmen Deutschland und endete nach 15 Stunden Zug- und Busfahrt im kalten Frankreich. Die internationale Partnerschule "Cevenol" liegt auf etwa 1000 Meter Höhe. Das dazugehörige Internat bot den sieben Schülern und zwei Lehrern Unterkunft. Wir lebten also mitten im Getümmel: zwischen Franzosen, Amerikanern, Afrikanern und Australiern reizte uns die Vielfalt der Menschen. Da ich diese Schule schon zum zweiten Mal besuchte, denn die erste Reise hatte mich überwältigt, war das Wiedersehen für mich eine große Freude. Den Gang über den Campus, das Beobachten der französischen Schüler, das Kantinenessen - all das hatte ich vermisst. Nur eins war mir neu: das schlechte Wetter. Bei höchstens zehn Grad, unregelmäßigen Regengüssen und Nebel mussten wir einige Unternehmungen (wie z.B. Wanderungen, Besichtigungen ) absagen. Uns blieb der Besuch eines Windradparkes, der Stadt Le Puy en Velay und des Unterrichtes. Doch bei der bescheidenen Wetterlage packten wir nicht nur Winterjacke und Regenschirm ein, sondern auch eine ordentliche Portion guter Laune und Neugierde. Ohne diese beiden Quellen hätte ich aus der Woche nicht so viel schöpfen können: internationale neue Freundschaften, Menschen kennen lernen, bleibende Eindrücke und sprachliche Weiterbildung. Die französische Mentalität weckt mein Interesse immer wieder aufs Neue. Noch immer schwirren mir aufregende Bilder durch den Kopf. Die Sehnsucht ist groß. Zwischen französischem Gottesdienst, Multikulti - Abend und jugendlichem Nachtleben konnte ich mich einfach nicht satt sehen an einer faszinierenden neuen Welt. Die Schüler zeigten uns ihren Alltag, auf ihre Hilfe konnten wir immer zählen. Ein paar haben sich auch schon für einen Besuch in Gera angemeldet. Sie werden im Dezember kommen, um die für sie unbekannte Vorweihnachtszeit zusammen mit uns kennen zu lernen. Die vergangenen Tage werden mir nicht nur als Sprachreise in Erinnerung bleiben, sondern vor allem als Anreiz, die Welt zu erkunden.