Gymnasiasten drehen Film über Geschichte des Biermann-Kaufhauses in Gera

Die "Jugendredaktion" von Goethegymnasium und Thüringer Medienbildungszentrum hat sich in einem Film mit der Entwicklung vom einstigen Biermann-Kaufhaus zum heutigen Elsterforum beschäftigt.


Gera. Einen Blick in die Geraer Stadtgeschichte wagten die jungen Filmemacher der Jugendredaktion" von Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 und Thüringer Medienbildungszentrum Gera. Angeleitet von Karl-Heinz Bornschein und Gunnar Pietzko befassten sich mehrere Schüler mit der "Geschichte des Elsterforums Gera."

In ihrem achtminütigen Beitrag erzählen die drei jetzigen Siebtklässlerinnen Eva Vollbrecht, Lisa-Marie Opitz und Giulia Schubert und Zwölftklässlerin Franziska Behrendt vor allem die Geschichte des Standortes zwischen Johannisplatz und Bachgasse, immer untermalt mit historischen Fotos und Bewegtbildern. So ist über das von dem jüdischen Unternehmer Max Biermann 1878 gegründete Textilienkaufhaus zu erfahren, über die Erweiterung des Geschäftshauses auf 6500 Quadratmeter 1907, die es zum damals größten Kaufhaus Thüringens machte.

Am Tag nach der Pogromnacht am 9. November 1938 wurden die Söhne des 1922 verstorbenen Firmengründers, Erich und Herbert Biermann, in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Schon zuvor waren sie schrittweise aus der Unternehmensführung des Biermann-Kaufhauses gedrängt worden. Am 6. April 1945 wurde bei den schweren Luftangriffen auf Gera das Biermann-Kaufhaus zerstört.

Über die Zeit nach 1945 kommt im Interview Matthias Wagner zu Wort. Nach einigen Jahren als Freifläche, so erzählt er, gab es in den 1970-er Jahren Planungen für ein neues sozialistisches Stadtzentrum - im Zuge derer auch das Haus der Kultur , später Kultur- und Kongresszentrum, entstand. Die Fläche, auf der einst das Biermann-Kaufhaus stand, wurde zur Parkanlage mit einem mauerähnlichen Denkmal samt Lenin-Zitat. Nach der Wende, so Wagner im Film, seien Pläne wieder aufgegriffen worden, hier wieder ein Kaufhaus zu errichten.

Einzig der Titel des Films, wörtlich genommen, findet in den acht Minuten etwas zu wenig Widerhall, die Geschichte des heutigen Elsterforums selbst. Also zum Beispiel, dass 2001 offizieller Baubeginn war, und dass es im September 2003 eröffnet werden konnte. Dafür kommt mit Bernd Reuter noch einmal kurz der Geschäftsführer des Hauptmieters, der Galeria Kaufhof, zu Wort. Am Ende wartet der Film noch einmal mit einem kleinen Höhepunkt auf, der Gegenüberstellung von historischen und aktuellen Aufnahmen, jeweils aus dem annähernd gleichen Blickwinkel.

Im April 2015 sei mit der Arbeit an dem Film begonnen worden, sagt Gunnar Pietzko. Die Idee für das Thema kam von Karl-Heinz Bornschein, er habe es vorgeschlagen und sei auf großes Interesse bei den Schülern gestoßen. Noch bis kommenden Mittwoch wird der Film auf dem Sender TMBZ, dem ehemaligen Offenen Kanal Gera, ausgestrahlt. Außerdem ist er unter der Rubrik "Berichte und Reportagen" in der Mediathek des Thüringer Medienbildungszentrums im Internet abrufbar.

Film der Jugendredaktion unter: www.tlm-okgera.de/mediathek
Bildunterschrift
Vor dem Elsterforum: Jonas Mohamed, Angelina Breitschuh, Lisa-Marie Opitz, Eva Vollbrecht und Giulia Schubert (vorn, von links) gehören aktuell zur Jugendredaktion, die von Karl-Heinz Bornschein (hinten links) und Guinnar Pietzko betreut wird. Foto: Marcel Hilbert