Erfolgreicher Konzertchor ist aus New York in Gera zurück

Der Konzertchor des "Goethe-Gymnasiums/Rutheneum" aus Gera hat beim 15. Choralwettbewerb in der Carnegie Hall in New York die Goldmedaille geholt. Jetzt sind die 60 Chormitglieder in der Heimat zurück.


Gera. Als die 60 Sängerinnen und Sänger vom Konzertchor des Goethe-Gymnasiums/Rutheneum und ihre vier Begleiter am Donnerstag den Busbahnhof in Gera erreichen, ist die Freude riesengroß. Eltern, Familienmitglieder, Freunde, Lehrer und Schüler fallen sich in die Arme. Alle sind wahnsinnig stolz auf die Vertreter aus Gera, die beim 15. Choral Festival in New York Gold ersungen haben.

"Allein die Einladung zum Festival und in die legendäre Carnegie Hall ist schon eine riesige Ehre für uns. Immerhin durften wir ganz Deutschland vertreten", erklärt Rainer Müller , Leiter der Musikspezialklassen am Gymnasium. Dass seine Schüler unter ihrem Chorleiter Christian Frank dann auch noch den Sieg holen, ist die absolute Krönung der Erfolgsgeschichte des Konzertchores, der seit 1995 auf nationalen und internationalen Wettbewerben erfolgreich ist. Der Sieg entschädigt für den organisatorischen und finanziellen Aufwand - ein Jahr hatte die Planung gedauert. "Und ohne die Unterstützung der Eltern und vieler Sponsoren wäre das überhaupt nicht möglich gewesen", so Rainer Müller . "Doch alles hat sich mehr als gelohnt.".

Viel Zeit zum Proben blieb dem Konzertchor in New York nicht. Lediglich eine Stunde im Hotel, erzählte der Chorleiter. Doch die Sängerinnen und Sänger hatten sich zu Hause bestens vorbereitet und konnten trotz Aufregung mit der Wettbewerbssituation hervorragend umgehen..

Als dritter von vier Chören waren die Geraer am Dienstag an der Reihe. Tags zuvor fand schon für alle ein kleines Abtasten statt. "Der estnische Chor war ebenfalls toll, und die Amerikaner haben einfach einen ganz anderen Ansatz", erzählt der Zwölftklässler Felix Lorber (18) aus Gera. Von Henry Purcells "Magnificat" aus dem Barock ging es für den Geraer Konzertchor musikalisch in die Romantik zu Felix Mendelssohn Bartholdys "Denn er hat seinen Engeln befohlen" und weiter ins frühe 20. Jahrhundert mit "Advance democracy" von Benjamin Britten. Es folgt noch ein Ausflug in die zeitgenössische Musik mit "Leonardo dreams of his flying machine" von Eric Whitacre und "Traumtänze Part III" von Hans Schanderl - eine vielfältige Mischung also, um das Spektrum der Sänger zu demonstrieren. Und ihr Können überzeugte die Jury. Die zwei Chöre aus Amerika und jenem aus Estland ließen sie hinter sich - eine großartige Bestätigung für die Qualität der Musikspezialklassen am Rutheneum. "Wir wollten es auch unserem Chorleiter beweisen, dass wir es können", erzählt Julienne Brembach (19) aus Gera..

Doch neben ihrer stimmlichen Leistungen wurde den Geraer Schüler auch Lob für ihre bemerkenswerte Disziplin und Höflichkeit zuteil. Positiv sei außerdem der kulturvolle Umgang mit der Musik aufgefallen und die Aufgeschlossenheit den anderen Teilnehmern gegenüber, erzählt Rainer Müller : "Wir sind mächtig stolz auf unsere Sängerinnen und Sänger und wissen , wir können uns 200 Prozent auf sie verlassen.".

Gestern war für die 60 Chormitglieder schulfrei und somit Ausschlafen und Erholung von einer 14-stündigen Reise und fünf aufregenden und vollgepackten Tagen in New York angesagt. Am Montag steht wieder Registerprobe auf dem Programm der Schüler, am Dienstag die erste gemeinsame Gesamtprobe nach der Reise. Am 2. und 3. April hat der Konzertchor gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester und dem Philharmonischen Chor ihren nächsten offiziellen Auftritt mit der Matthäus-Passion im Geraer Theater. Kurz danach, im Mai, verlassen bereits 17 Sänger mit dem auslaufenden Schuljahr den Chor, so dass er bis Sommer 53 statt 70 Mitglieder zählt. Mit dem neuen Schuljahr rücken wieder neue Schüler nach. 2016 soll der Konzertchor zunächst nur in Thüringen und Deutschland auftreten.
Bildunterschrift
Sänger vom Konzertchor des Goethe-Gymnasiums/Rutheneum in Gera beim Ausflug in den Central Park Foto: Bastian Renner