Am fehlenden Eigenkapital könnte Sanierung scheitern

Land sieht bei Goethegymnasium Gera in der Pflicht


Gera. Die bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Astrid Rothe-Beinlich , hatte Anfang Mai die beiden Standorte des Goethe-Gymnasiums/Rutheneum besucht. Insbesondere der Sanierungsstau im Gebäudeteil am Nikolaiberg war dabei augenfällig. "Die frühere Aula ist ohne Sicherungsmaßnahmen akut einsturzgefährdet. Dieser Schulteil befindet sich insgesamt in einem beklagenswerten Zustand und ist eigentlich eines Schulgebäudes in Thüringen unwürdig", befand Rothe-Beinlich.
Allerdings hängt ein Baubeginn, offenbar nicht vor 2016, so die Meinung des Landes, vor allem am fehlenden Geld in Gera. Vor diesem Hintergrund hatte die grüne Abgeordnete eine Anfrage an die Landesregierung gestellt. In der Antwort bestätigt die Landesregierung die Bedeutung insbesondere der Spezialklassen für Musik. Zur Campus-Sanierung befragt, zog sich das antwortende Kultusministerium jedoch auf eine allgemein gehaltene Antwort zurück: Demzufolge sei es "erstrebenswert, Schule und Internat als Campus zu führen...". Insofern könne man die Stadt Gera nur darin bestärken, die Campuslösung weiter zu forcieren.

Nach Angabe der Landesregierung wurden der Stadt Gera aus Städtebaufördermitteln 21 Millionen Euro in Aussicht gestellt, mit denen bis 2014 Schulen saniert werden sollten. Für Sanierung und Umbau des Goethe-Gymnasiums/Rutheneum waren davon 8,85 Millionen Euro geplant. Allerdings hänge die Finanzierung des Projektes wesentlich an Eigenmitteln der Stadt, und es scheine an deren Nichtvorhandensein zu scheitern. "Wenn der Beginn der Baumaßnahme am Rutheneum erst 2016 stattfinden soll, muss schnell geklärt werden, ob die zugesagten Fördermittel des Landes dann noch zur Verfügung stehen oder verfallen sind und gegebenenfalls neu beantragt werden müssen," erläutert Rothe-Beinlich. Offenbar sollen dazu in Kürze Gespräche von Stadt und Landesverwaltungsamt stattfinden.

Kritisch bewertet wird von Rothe-Beinlich die Antwort der Landesregierung auf eine konkrete Frage zur Übernahme der Trägerschaft der gesamten Schule - diese wird abgelehnt. Dabei könnte darin eine - gegebenenfalls auch temporär mögliche - Chance für eine direkte Entlastung der Stadt und dadurch mögliche schnellere Realisierung von Umbau und Sanierung des Goethegymnasiums/Rutheneum liegen. "Der Ball bleibt also weiter bei der Stadt Gera und ihrer schwierigen Haushaltslage liegen. Das Land will den Ball offenbar gar nicht erst zugespielt bekommen," schätzt Astrid Rothe-Beinlich ein.
Bildunterschrift
Astrid Rothe-Beinlich (Foto: OTZ)