Lobbyarbeit für den Campus Rutheneum in Gera

Astrid Rothe-Beinlich will sich in Erfurt für das Schulbau-Vorhaben stark machen.


Gera. "Das ist kein Zustand", hat am Samstag Astrid Rothe-Beinlich im Geraer Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 festgestellt. Die Geraer Grünen hatten - mitten im Wahlkampf - ihre Landespolitikerin und Vizepräsidentin im Thüringer Landtag nach Gera geholt und hoffen auf Unterstützung für den Campus Rutheneum. Der ist aus Sicht der Geraer Grünen überfällig. Davon hat sich auch Rothe-Beinlich bei ihrem Rundgang mit dem stellvertretenden Schulleiter Rainer Müller durch beide Schulteile überzeugt. Im Schulhaus auf dem Nicolaiberg besichtigte die Grünen-Politikerin die wegen Baufälligkeit gesperrte Aula, erlebte Klassenzimmer, die wegen freiliegender Heizungsrohre trotz abgedrehter Heizkörper überhitzt sind, sah schäbige, sanierungsbedürftige Holztüren und Fensterrahmen, auf die - wegen der Gesetze - moderne Brandschutztechnik montiert wurde. Sie sah auch Klassenzimmer, die von Eltern liebevoll mit Farbe und Pinsel vorgerichtet wurden, damit den Schülern wenigstens optisch etwas bessere Lernbedingungen geboten werden.

Das Kontrastprogramm zum sanierungsbedürftigen Schulhaus erlebte Rothe-Beinlich im Schulteil am Johannisplatz mit sanierten Räumen und einem mit Sponsorenhilfe ausgestatteten Tonstudio für die höheren Klassen. Beim Anblick des heruntergekommenen reußischen Regierungsgebäudes nebenan in der Burgstraße war die Politikerin überzeugt: "Gera braucht den Campus und dafür die Hilfe vom Land." Zumal das Gymnasium mit seinen Spezialklassen für Musik landesweit von Bedeutung sei. Direkte Hilfe versprach sie nicht. "Aber ich werde dafür eine Mehrheit suchen", sicherte sie zu.
Angelika Munteanu
Bildunterschrift
Astrid Rothe-Beinlich (links) in der gesperrten Aula des Schulteils auf dem Nicolaiberg des Geraer Goethegymnasiums/Rutheneum. Foto: Angelika Munteanu