Sonderpreis für Geraer Schüler

Beim 6. Landeschorwettbewerb singen sich die Goethegymnasiasten in der Gunst der Jury nach vorn

Sondershausen/Gera. Ein sangesreiches und spannendes Wochenende ist erfolgreich zu Ende gegangen. 20 Chöre, mehr als 800 Sänger aus ganz Thüringen stellten sich fachkundigen Jurys. Innerhalb des Landeswettbewerbes erfolgte das Auswahlverfahren für den 9. Deutschen Chorwettbewerb, der vom 24. Mai bis 1. Juni 2014 in Weimar ausgetragen wird. Den Abschluss des jeweiligen Wettbewerbstages bildete ein Konzert mit den Preisträgern und einem begeisterten Publikum. Zu den Chören, die Thüringen beim Deutschen Chorwettbewerb vertreten werden, gehören der Philharmonische Jugendchor der Musikschule Erfurt, der Kinderchor der Schola Cantorum Weimar, das Ensemble Octavians aus Jena, der Männerchor des Knabenchores Kammerchor der Hochschule für Musik Weimar und der Kammerchor der TU Ilmenau. Zudem wurden Sonderpreise überreicht: Der Sonderpreis für die beste Interpretation eines Volksliedes ging an den Philharmonischen Kinderchor der Musikschule Erfurt und den Kammerchor der TU Ilmenau. Der Sonderpreis für die beste zeitgenössische Interpretation wurde an den Konzertchor des Goethe-Gymnasiums/Rutheneum Gera verliehen. Zudem ersang sich der Konzertchor mit 23,5 Punkten einen ersten Platz und damit eine Weiterdelegierung zum Chorwettbewerb. Aus Gera traten der Mädchen- und der Konzertchor des Rutheneums unter der Leitung von Dr. Alexander Köhler und Christian Frank an. "Wir hatten streng genommen nur die wenigen Wochen des neuen Schuljahres Zeit, das anspruchsvolle Proramm aufzubauen, da sich der Mädchenchor nur aus den Spezialklassenschülern der 9. und 10. Klasse zusammensetzt, also zu Beginn des Jahres die Hälfte des Ensembles neu ist", erklärte Alexander Köhler. Man habe konzentriert im Chorlager in Windischleuba geprobt. Der Chor sei dort gut zusammengewachsen. "Egal wie es ausgeht, ich bin zufrieden", so Dr. Köhler kurz nach dem Auftritt. Besonders die Neuen waren nach dem Singen kritisch zueinander, war es doch für sie der erste große Höhepunkt. Man hörte tuscheln: "Der Schluss des "Agnus Dei" klapperte ganz schön. Ob das wohl jemand gehört hat?" Diese Selbstkritik zeigte auch den Ehrgeiz und die schon gut entwickelte Hörfähigkeit der jungen Sängerinnen. Die Belohnung dafür war ein zweiter Preis. Innerhalb ihrer zweijährigen Ausbildung sollen die Mädchen lernen, was guten Chorgesang ausmacht und dass Singen Spaß macht, auch wenn es Fleiß und Disziplin erfordert. Nach diesen zwei Jahren wechseln sie in den Konzertchor, also den gemischten Jugendchor des Gymnasiums, der sich dann aus 64 Jugendlichen im Alter von 17 bis 19 Jahren zusammensetzt. Das Ensemble zeigte einen Querschnitt seines Könnens mit Heinrich Schütz' "Verleih uns Frieden", Rolf Lukowskys wunderbarem Satz des Volksliedes "Der Mond ist aufgegangen", Josef Rheinbergers "Nordwind" und Hans Schanderls "Traumtänze" Teil 3, einem Werk, das der Chor seit Ende des letzten Schuljahres nicht nur sängerisch, sondern auch choreogranhisch im Repertoire hat. Die Idee zur tänzerischen Umsetzung kommt übrigens von den Abiturienten selbst. Zwei dieser engagierten Sängerinnen sind Tanja Sattler aus Döbritz bei Pößneck und Johanna Themel aus Langgrün bei Schleiz, beide in der 13. Klasse. Sie sind eng befreundet und verbringen auch oft ihre Freizeit miteinander, etwa mit Gesang und Klavier als Ensemble "Johanna und Tanja". "Ich bin auf Gesang fixiert, besonders auf Jazz, aber auch Klassik. Gelegentlich ziehe ich damit durch die Landen zu Firmenveranstaltungen oder Hochzeiten". Der Stress, der für die Sänger gar keiner ist, hat gerade erst angefangen, denn Weihnachten steht vor der Tür. So schön für die meisten dieses Fest ist, für Musiker bedeutet es Hochkonjunktur und Stress, das darf nur so genau keiner merken.
Ralf Runge
Bildunterschrift (unten)
Die Sieger des 6. Landeschorwettbewerbs in Sondershausen stehen fest: Der Sonderpreis für die beste zeitgenössische Interpretation geht an den Konzertchor des Goethe-Gymnasiums/Rutheneum Gera. Mit dabei in Sondershausen war auch der Mädchenchor. Foto: Ralf Runge