Notreparatur für 350.000 Euro am Goethegymnasium in Gera

Unterricht läuft planmäßig

Gera. Nach den Herbstferien begann am Montag auch für 450 von insgesamt rund 600 Schülern vom Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608, die im Schulhaus am Nicolaiberg 6 lernen, wieder der Unterricht. Damit die fünften bis zehnten Klassen des Geraer Gymnasiums dort auch weiterhin - bis zur möglichen Zusammenführung mit der Oberstufe am Standort Johannisplatz im Rahmen des Projektes "Campus Rutheneum" - unterrichtet werden können, liefen in den Ferien umfangreiche Arbeiten zu Sicherungs- und Brandschutzmaßnahmen an. "Ziel ist es, die Betriebserlaubnis verlängert zu bekommen", sagt Viola Leier vom städtischen Fachdienst Liegenschaften. Für insgesamt rund 350.000 Euro - allesamt Eigenmittel und 60.000 Euro davon Nebenkosten, etwa für die Planung - werden eine Notsicherung des Dachtragwerkes und der Aula, sowie Arbeiten für den Brandschutz durchgeführt. Letztere umfassen unter anderem den Einbau einer Hausalarmanlage, von Brandschutztüren zur Abschottung von Fluren und Treppenhäusern sowie die Verkleidung von Kabeln. Am Dach über den oberen Klassenräumen sei teilweise die tragende Konstruktion verfault gewesen und wurde bzw. wird ausgetauscht. "Das Dach war in seiner Statik gefährdet", ergänzt Schulleiter Dr. Joachim Hensel. Er ist zufrieden, dass die Arbeiten nun begonnen und zum großen Teil in den Ferien schon durchgeführt wurden, die Schule wieder ein Stück sicherer werde. Obwohl die Arbeiten auch nach den Ferien weitergehen, komme es nur zu wenigen Beeinträchtigungen des Unterrichtes, so Hensel. "Es geht alles seinen geordneten Gang." Klar gebe es noch etwas Dreck, sagt er, aber nachdem, was er vorige Woche an Schmutz im Haus gesehen habe, sei er froh über die gute Arbeit der Reinigungsfirma am Wochenende. Zwar liefen gerade die Dacharbeiten auch parallel zum Unterricht, weil hierfür das Tageslicht gebraucht werde. Aber wo es möglich ist, wird versucht, lärmintensive Arbeiten im Schulhaus erst am Nachmittag beginnen zu lassen. Bis Ende des Jahres könnten die Arbeiten laut Viola Leier noch dauern. Im Dezember würden etwa die Brandschutztüren geliefert und auch die Dacharbeiten dauerten wohl noch bis Ende November. Nichts mit den Sicherungsarbeiten zu tun hatte im Übrigen die Baumaßnahme auf dem Schulhof, wie sie sagt. Hierbei sei es um die Grundstücksentwässerung gegangen. Anders als ursprünglich vermutet, müssten nur zwei statt vier Unterrichtsräume im Obergeschoss wegen der Arbeiten ausgeplant werden, sagt Hensel. Während man diese Räume später wieder in Beschlag nehmen wird, bleibt einer auch nach den Sicherungsarbeiten weiter gesperrt: die Aula. Die werde lediglich so gesichert, dass der Raum, der bereits beim Einzug des Gymnasiums 1991 baupolizeilich gesperrt war, nicht irgendwann in sich zusammen fällt. "Die Aula ist weiterhin nicht nutzbar", sagt der Schulleiter. Auch wenn durch die Sicherung die Betriebserlaubnis für den Schulstandort verlängert wird, entbinde das die Stadt und den Stadtrat nicht, weiter für das ambitionierte Projekt "Campus Rutheneum" zu kämpfen, sagt Joachim Hensel. Was aus dem denkmalgeschützten Gebäude am Nicolaiberg werden könnte, sollte es tatsächlich zu dem Campus auf dem Johannisplatz kommen, wisse er nicht. Das Haus wurde 1861 als "Bürgerschule" errichtet, war Mittel- und später Förderschule und beheimatete unmittelbar vor dem Einzug des Gymnasiums die Gewerbliche Berufsschule.
Bildunterschrift
Das denkmalgeschützte Schulgebäude am Nicolaiberg, in dem aktuell 450 der rund 600 Geraer Goethegymnasiasten unterrichtet werden. Foto: Marcel Hilbert