Nachwuchs in Gera musiziert

Goetheschüler ausgezeichnet

Seit nunmehr 50 Jahren wird in Deutschland der der Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" durchgeführt, diesmal in Erlangen, Fürth und Nürnberg. 2400 Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland und Europa stellten sich mit ihren Programmen zu Pfingsten dem Urteil hochkarätiger Jurys. Mit den Wertungsspielen zeigten die Teilnehmer ihr breites Spektrum des Könnens. Gefordert waren unterschiedliche Epochen und kleine Konzerte in einer Länge von 15 bis 25 Minuten Länge, je nach Alter und Genre.
Die Jugendlichen traten in verschiedenen Solo- und Ensemblekategorin an: Streichinstrumente, Percussion, Popgesang, Akkordeon, Duo aus Klavier und Blasinstrumenten, Klavier-Kammermusik, Vokalensemble, Zupfensemble, Harfenensemble und Alte Musik.
Insgesamt beteiligten sich mehr als 18 000 Kinder und Jugendliche zur ersten Runde auf der Regionalebene, wovon jeweils nur die Besten zu den Landeswettbewerben und auch von dort nur die Besten zum Bundeswettbewerb delegiert wurden.
Weit mehr als 500 000 Teilnehmer haben in den vergangenen fünf Jahrzehnten diese Wettbewerbsform zum erfolgreichsten Musikwettbewerb für Talente aus ganz Europa gemacht, denn zugelassen sind auch Schüler deutschsprachiger Schulen im Ausland.
Eine Reihe von Anschlussförderungen warten auf die von den Jurys mit besonderen Prädikaten bedachten Nachwuchsmusiker. Nicht selten wird nachfolgend das Hobby zum Beruf gemacht und ein Musikstudium schließt sich an.

Zu diesen Glücklichen gehörten in diesem Jahr auch Julienne Brembach in der Kategorie Pogesang mit ihrem Begleiter Philipp Zenker (Klavier).
Beide sind seit einigen Jahren Schüler in den Spezialklassen für Musik am Goethe-Gymnasium-Rutheneum seit 1608 in Gera, einer Einrichtung, die es seit nunmehr fast 25 Jahren für Jugendliche aus Thüringen und weiterreichend gibt, die Schülern mit besonderem Interesse für Musik ab der Klasse 9 durch eine Erweiterung des Musikangebotes und der Ausbildung helfen, ihre Fähigkeiten zu vervollkommnen.
"Ich bin jetzt in der Klasse 11. Zuvor habe ich zwar schon im Theaterkinderchor Gera gesungen, aber erst mit meiner Ausbildung an dieser Schule bekam ich größere Lust auf Gesang, besonders auf den Bereich Pop und Jazz. Seit dem brenne ich dafür und habe schon viele Auftritte hinter mir. Philipp hat mich dabei meist begleitet. Großer Dank gilt aber auch meiner Gesangslehrerin, Frau Sadlik und dem Lehrer für Klavier und Popmusik an meiner Schule, die uns mit viel Herzblut begleitet haben", so Julienne rückblickend.
Sie hat einen 3. Preis errungen, ihr Begleiter Philipp sogar einen 1. Preis.
Die Kategorie Popgesang ist für diesen Wettbewerb noch ziemlich neu, wurde erst das dritte Mal angeboten. Gerade heute muss man der Vielfalt der Musik auch in dieser Richtung Rechnung tragen.
Philipps Leidenschaft ist seit Kindesbeinen das Keyboard, nicht nur in Gera gehört er damit zum Aushängeschild und mischte bei so mancher öffentlichen Veranstaltung mit. Jetzt wird er in ein paar Tagen sein Abitur in der Tasche haben, vorher noch in der altehrwürdigen Aula des Gymnasiums ein fulminantes Konzert als Abschluss seiner fachpraktischen Prüfung in Musik geben, immerhin der erste, der nicht in Klavier, sondern Keyboard abschließt und auch als Solist über Jahre schon viele hochkarätige Preise abgefasst hat.
Er will auf alle Fälle die Musik zum Beruf machen und wird sich an der Pop-Akademie in Mannheim bewerben, wie er betont, der Besten. Dort werden nur etwa 3 von 1000 Bewerbern genommen und eine Chance hat man nur, wenn man seine selbst produzierten CDs einreicht und daraufhin überhaupt zur Prüfung eingeladen wird. Der Glaube, gut zu sein, langt eben nicht immer aus!
Julienne ist sich noch unschlüssig. Immerhin wird sie in ein paar Wochen erst einmal die Klassenstufe 11 beenden. Als Schüler der Spezialklassen für Musik beginnt danach erst für sie die Sekundarstufe 2, sie wird also ein Jahr länger als andere Mitschüler Zeit für den Abiturabschluss haben.
"Als Hobby mit vielen schönen Auftritten werde ich den Gesang auf alle Fälle weiter pflegen", so Julienne auf die Frage, was sie später vorhat.
Vielleicht glänzen ja beide in 10 Jahren in den Pop-Charts. Neben "Deutschland sucht den Superstar" gibt es halt auch junge Leute, die sich den Erfolg über Jahre erarbeiten müssen und wollen und nicht auf den Zufall hoffen.
Schauen wir malů

Text und Foto: Ralf Runge, Text ungekürzt
Bildunterschrift
Julienne Brembach mit Urkunde