Feststimmung in Gera zum Weihnachtskonzert in St. Johannis

Weihnachten ist die Zeit für Geschenke, auch für Geras größte Stadtkirche. Für die neue Bestuhlung der Winterkirche steuert der Freistaat 4000 Euro bei. Zudem gab es einen Aufruf zur Spendenaktion beim Weihnachtskonzert des Goethegymnasiums.

Gera. Gut die Hälfte der 160 neuen Stühle für die Winterkirche in St. Johannis hat bereits einen Paten gefunden. Neben den 50 Stühlen, die die Kirchgemeinde aus Lottogeldern des Freistaats bezahlen konnte, haben sich zudem schon ganze Familien, Paare, Einzelpersonen, der Kirchbauverein und auch anonyme Spender an der Spendenaktion beteiligt. Rund 80 Euro kostet ein Stuhl, insgesamt werden also 12.800 Euro gebraucht. "Ich bin optimistisch. Wir haben ja erst vor wenigen Wochen angefangen", bilanziert Horst Richter den bisherigen Verlauf. Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats freute sich, am Sonnabend im traditionellen Weihnachtskonzert des Goetheygmnasiums auch Landtagspräsidentin Birgit Diezel zu begrüßen. Die CDU-Politikerin und Geraer Wahlkreisabgeordnete hatte bei der Staatskanzlei dafür geworben, 4000 Euro aus dem Thüringer Lottomittelfonds für Geras größte Stadtkirche locker zu machen. Die Bemühungen der St.-Johannis-Gemeinde seien ihr noch gut bekannt, erinnerte Diezel schmunzelnd an ihre Zeit als Finanzministerin und blickte zugleich auf das schon Erreichte, wie etwa die neuen Glocken. Diezel überbrachte aber nicht nur symbolisch das Lottogeld, das übrigens schon längst auf dem Konto eingegangen ist, sondern sie kündigte auch an, persönlich einen Stuhl für St. Johannis zu kaufen. Die hölzernen Exemplare werden in der Winterkirche stehen, die im hinteren Teil des Gotteshauses eingebaut ist. Die Stahl- und Glaskonstruktion ist noch nicht komplett, schilderte Horst Richter vom Gemeindekirchenrat. Das Blau mit seinen verschiedenen Nuancen, das den Einbau bedeckt, wird auch an den Seitenteilen zu finden sein. Nach vorn bleibt der Blick auf den Altar dank Klarglas frei. Die Seitenteile sind mobil und werden wenn nicht benötigt zusammgeschoben und verstaut. Die Gemeinde verspricht sich davon, zum einen die Heizkosten im Winter zu senken und zum anderen die Kirche auch in der kalten Jahreszeit beleben zu können. Gemeindeabende, Lesungen und musikalische Proben sollen stattfinden neben den Gottesdiensten. Doch bevor die Gemeindeglieder im Winter zusammenrücken, erlebt die Kirche in der Weihnachtszeit erst noch eine Hochzeit. Mit rund 800 Plätzen war St. Johannis zum Konzert des Goethegymnasiums am Sonnabend sehr gut gefüllt. Insgesamt standen rund 160 Mitwirkende auf der Bühne im Altarraum: die jungen Schüler des Kinderchors, das gemeinsame Kammerorchester von städtischer Musikschule und Gymnasium, das Collegium Rutheneum, der Mädchenchor und der Konzertchor. Er überraschte besonders mit seinem Auftakt: die Sänger bauten sie nicht auf der Bühne auf, sondern bildeten einen Kreis entlang der inneren Kirchenmauern, Chorleiter Christian Frank dirigierte vom Mittelschiff aus. Besinnlichkeit, Heimlichkeit und Festtagsstimmung konnten die Musiker vermitteln auch wenn die Zeiten für sie selbst gerade alles andere als ruhig sind. Proben reihen sich an Proben, Konzerte an Konzerte.
Katja Schmidtke / 17.12.12 / OTZ
Bildunterschrift
Im Schein der Adventskerzen singt der Konzertchor des Goethegymnasiums in Geras größter Kirche: Für St. Johannis war es die zweite große Veranstaltung seit den Sanierungsarbeiten und dem Einbau der Winterkirche. Foto: Katja Schmidtke