Geraer Lions engagieren sich für den Campus

2000-Euro-Spende für den Förderverein des Goethegymnasium/Rutheneum übergeben

Gera. (OTZ/S. Broschardt). "Wenn nichts passiert, stirbt das Rutheneum", sagte gestern Dr. Joachim Hensel, der Schulleiter des Goethegymnasiums/Rutheneum seit 1608, auch mit Blick auf den Zustand des Hauses II am Nicolaiberg. Und zugleich stand ihm die Freude darüber ins Gesicht geschrieben, dass da eben doch gerade wieder etwas passiert: Stellvertretend für den Schulförderverein konnte er aus den Händen von Dr. Matthias Hager einen symbolischen Scheck über 2000 Euro entgegen nehmen. Der Präsident des Geraer Lions Clubs übergab die Spende und freute sich über den Bürgersinn, der hinter der Aktion für Campus in Gera stecke. Zwar seien im Club alle große Kunstfreunde, versicherte Schatzmeister Erhard Lemm. Doch sei man auch der Meinung, dass das wenige Geld der Stadt zuerst in Bildung und die Schullandschaft investiert werden solle. Er wünscht sich, dass Hensel den Lions Club über die weitere Entwicklung informiere, beispielsweise bei einem Clubabend, der von den begabten Schülern der Musikspezialklassen des Goethegymnasiums gestaltet werden könne. Der Schulleiter bekräftigte erneut das Ziel, bis zum 29. Oktober das Geld für die Ausschreibung des Architektenwettbewerbs zusammen zu bekommen. Es sei alles juristisch abgesichert, dass der Förderverein finanziell für die Stadt einspringen könne. Ein Großteil der benötigten rund 73.000 Euro liege als Spendengeld vor. Etwa 5000 bis 10 000 Euro fehlen noch, sagte Hensel. Der Campus stehe freilich nicht mit dem Wettbewerb, aber man habe dann ein gewisses politisches Gewicht geschaffen. "Und wir hoffen, dass am Ende die Vernunft siegt."
Bildunterschrift:
Dr. Matthias Hager, Präsident des Lions Club Gera, (R.) übergibt 2000-Euro-Scheck an den Schulleiter des Goethegymnasium, Dr. Joachim Hensel als Spende für Bau des Schulcampus (Foto. OTZ/Sigrun Broschardt)
Kommentar:
Geraer Bürgersinn - Von Uwe Müller
Das Goethegymnasium macht Schule und viele Geraer verleihen dem Campus Rutheneum Flügel. Zuerst die Unterschriftensammlungen für den Einwohnerantrag. Nur unter dem Druck der Straße musste der Stadtrat sein Schulbauprogramm korrigieren. Es sieht vor, eines der traditionsreichsten Gymnasien Deutschlands am Johannisplatz zusammenzuführen mit Sanierung des benachbarten ehemaligen reußischen Regierungsgebäudes in der Burgstraße und einem Funktionsneubau. Nachdem die erste Hürde genommen war, stellte sich die nächste in den Weg: Die Stadt kann ihren Eigenanteil für den Architektenwettbewerb nicht aufbringen. Bürger springen wieder in die Bresche, diesmal mit Geld. Nun darf der Campus nicht über eine Fußangel stolpern, die dem Rutheneum nicht eben Wohlgesonnene in den Ratsbeschluss einbauten: Die Drei-Jahres-Frist zur Umsetzung, die beim jetzigen Tempo des Schulbauprogrammes zu verstreichen droht.