Mathe-Unterricht in der Sparkasse

Zahlen und Werte - eine Unterrichtsstunde bei der Sparkasse Gera-Greiz

Die ersten Besucher der Sparkasse Gera-Greiz gestern in Gera sind keine Kunden - jedenfalls noch nicht. Die 24 Schüler der Klasse 5/2 des Geraer Goethegymnasiums/Rutheneum seit 1608 erleben dort eine Unterrichtsstunde in Mathematik. Dabei geht es längst nicht nur um den gekonnten Umgang mit Zahlen. Die Auszubildenden Melanie Kolditz und Christian Seifert führen die wissbegierigen Kinder durch das Haus angefangen von den Geldautomaten bis hin zur Kundenberatung und Sparkassenversicherung. Geduldig beantworten sie unzählige Fragen: Was ist ein Girokonto? Warum wird Geld gefälscht? Wie sicher ist Panzerglas? Womit bezahlt man in anderen Ländern? Wieder und wieder schnellen Hände hoch. Für Mathematiklehrerin Petra Böhme ist die Situation nicht neu. Sie hat mit dieser Form des Unterrichts bereits gute Erfahrungen gemacht. Neu aber ist, sagt sie, dass der Lehrplan, noch im Entwurf, erstmals seit 2009 schuljahresübergreifend für die Klassenstufen 5 und 6 gilt. Ich kann Inhalte entsprechend der jeweiligen Klassensituation auswählen, Stoffgebiete selbstständig anordnen und kombinieren. Das ist wirklich sehr schön, nennt sie Vorzüge. Neben dem Erwerb fachspezifischer Kompetenzen zielt Mathematik demnach auch auf Persönlichkeitsentwicklung und Werteorientierung, das heißt auf das Ausprägen allgemeiner Kompetenzen, die weit über das Fach hinausgehen, erklärt sie. Sie verbinde den Abschnitt Geld und Währung gern mit dem Besuch der Sparkasse. Der Unterricht an einem anderen Lernort trage zur Bewältigung von Alltagssituationen bei, fördere die Eigenaktivität der Schüler, zeige Begabungen und sei zugleich ein Test für den Lehrer, ob er seine Schüler auf den richtigen Weg gebracht hat. Immer wieder zücken die Mädchen und Jungen Stifte und Mappen, um sich Notizen zu machen. Sie kennen ihre Aufgabe, den Bewertungsmodus, erhalten Hinweise zur Gruppenarbeit, zu Disziplin und Werten wie Pflichtbewusstsein, gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme. Hier möchte ich aber auch die Eltern mit ins Boot holen, sagt Frau Böhme, denn dafür werden wichtige Grundlagen im Elternhaus gelegt. Wir unterstützen die Schulen gern, denn es entspricht unserem regionalen Prinzip. Zugleich ist dies für unsere Auszubildenden eine schöne Herausforderung und außerdem macht es Spaß, sagt Ausbilder Harald Fritz. Die Schüler finden unterdessen die Sicherung des Tresorraums mit Fingerabdruck und Körpergewicht sowie die Kundenschließfächer richtig spannend. Und dann kommt es für sie bei der anschließenden Besprechung noch einmal richtig mathematisch: Eine Geldanlage mit x-Zinsen bringt wie viel Gewinn? Eine Aufgabe für eine normale Mathe-Stunde. Einig waren sie sich am Ende alle: Niemand hätte an diesem Tag lieber in der Schule gesessen.
Bildunterschrift:
Elisa Kneisel und Louis Gigler, Schüler der Klasse 5/2 des Geraer Goethegymnasiums, beim Mathematik-Unterricht im Kundencenter der Sparkasse Gera-Greiz in Gera. (Foto: OTZ/Margit Kasper)