Ab 16 Uhr bleibt alles beim Alten

Engagement für Schulsport und Bewegung im Kindergarten gewürdigt

Von Angelika Munteanu Gera. "Meiner Frau hab' ich schon gesagt: Ab 16 Uhr bleibt alles beim Alten." Für Günter Eck, der mit dem Monatsende in den Ruhestand wechselt, heißt das: Sein ehrenamtliches Engagement für den Sport und ganz besonders für den Volleyball wird er fortsetzen. Für seinen bisherigen Kollegen Horst Zyrus im Schulamt Gera/Schmölln wird die Ruhephase der Altersteilzeit ebenso unruhig: "Ich bemühe mich, selbst Sport zu treiben. Und ich habe dem Schwimmverein meine Unterstützung bei der Kadersichtung angeboten." Die Geraer "Sport-Institutionen" Eck und Zyrus gehören gemeinsam mit dem Erzieher Rene Lorz vom BIP-Kindergarten Kreativhaus Gera, dem Sportpädagogen Mirko Schnelle vom Osterlandgymnasium Gera und dem Berufsschullehrer Michael Herre vom Berufsschulzentrum Greiz-Zeulenroda zu den Sportpädagogen, die zum Ende des "Jahres des Schulsports" vom Thüringer Kultusministerium und dem Landessportbund mit dem GutMuths-Preis ausgezeichnet wurden. Sie alle sind nicht nur von Berufs wegen mit dem Sport verbunden. Nach Dienstschluss engagieren sie sich ehrenamtlich in Vereinen für eine sportlich aktive Jugend. Auch darauf verweisen die Vorschläge des Schulamtsleiters Gera/Schmölln, Bernd Bergner, für die Ehrung. "Dafür braucht es viel Zeit und einen verständnisvollen Partner", sagt Rene Lorz stellvertretend für seine Berufskollegen. Mit den Kindergartenkindern geht er wöchentlich schwimmen, bietet Sport im Turnraum an, nutzt regelmäßig die Sportangebote für Kindergärten in der Panndorfhalle - und bedauert, dass Kindergärten keine Turnhallen haben. Ohne die Sportpädagogen würde es Sportfeste an Schulen und Kindergärten, "Jugend trainiert für Olympia", den "Goethe-Mix" am Goethegymnasium, die "HighländerGames" am Osterlandgymnasium, Wettkämpfe um den OlafLudwig-Pokal und den Heike Drechsler-Pokal und viele andere Sportwettbewerbe für Schüler und auch Vorschulkinder nicht geben in der Stadt Gera und den Landkreisen Greiz und Altenburger Land. Gemeinsam brechen sie eine Lanze für den Schulsport. "Es wird Zeit, dass die tägliche Sportstunde an den Schulen eingeführt wird", sagt Eck. Die Sportpädagogen betrachten die drei Sportstunden wöchentlich an den Schulen zwar schon als hervorragend. Zugleich wissen sie aber, dass die tägliche Schulsportstunde bereits im Modell versucht wird. Und für den täglichen Sport möchten sie weiter streiten. Mehr Sport koste Geld. Aber es könne nicht sein, dass fehlende Bewegung bei Kindern nur festgestellt wird. Dagegen müsse etwas getan werden, so Schulamtsleiter Bergner. Die ausgezeichneten Sportpädagogen leben Bewegung Zeit ihres Lebens vor: Eck, der in jungen Jahren Leichtathletik trainierte und dann sein Herz an den Volleyball verlor, Zyrus, der sich dem Schwimmen verbunden fühlt, Lorz, der sich als schwarz-gegürteter Judoka auch dem Breitensport und Tanzsport widmet, Mirko Schnelle, der in Schmölln dem Tennis zum guten Aufschlag verhilft, und Michael Herre, der besonderes Können im Badminton besitzt.
Bildunterschrift:
Geehrt mit dem GutsMuths-Preis des Thüringer Kultusministeriums zum Abschluss des Jahres des Schulsports: Horst Zyrus, Rene Lorz und Günter Eck, hier mit Schulamtsleiter Bernd Bergner (von links). (Foto: OTZ/Angelika Munteanu)