Unterricht ganz nah am heben

Waldklinikum und DAK unterstützen Gesundheitsprävention am Goethegymnasium

Von Sigrun Broschardt Gera. Was man mit eigenen Augen sieht und erlebt, ist eben doch etwas anderes als die graue Theorie des Unterrichts. Zu dieser Erkenntnis kamen die Zehntklässler Isabell Tucholka, Carmen Schmidt und Oliver Scharabatka aus dem Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608, wie sicher viele ihre ihrer Mitschüler am Ende einer besonderen Projektwoche. Bereits zum dritten Mal erlebten Gymnasiasten der 10. Klassen die Präventionswoche im SRH-Waldklinikum - eine Aktion, die wieder von der DAK und weiteren Partnern unterstützt wurde. Drogen und Alkohol, Ernährung und Fettleibigkeit, Schwangerschaft und Verhütung sowie übertragbare Krankheiten wie Aids - diesen Themen waren die Schüler gruppenweise auf der Spur. Sie erfuhren auf verschiedenen Stationen sowie u.a. in der Physiotherapie, der Diabetesberatung im Kreißsaal oder auf der Frühgeburtenstation Interessantes, das ihnen der "normale" Unterricht nicht bieten kann: Welche Folgen eine ungesunde Lebensweise oder eine ungenügende Prävention für den eigenen Körper und selbst für das ungeborene Kind haben können. In einem Projekt, berichtet Prof. Jörg Seidel, wurde den Schülern anhand einer so genannten Rauschbrille anschaulich demonstriert, welche Auswirkungen Alkoholgenuss auf die Wahrnehmungsfähigkeit und die Kontrolle über den eigenen Körper hat. Seidel betreute als Chefarzt der Kinderklinik des Waldklinikums auch dieses Jahr die Projektwoche, deren Initiator er ist. Unterstützt haben das Schülerpraktikum zur Gesundheitsprävention u.a. Vertreter von Diakonie-Beratungsstellen. Die Gymnasiasten lernten während der Projekttage außerdem das Bauvorhaben und die verschiedenen Berufsbilder im Waldklinikum sowie die Studienangebote der SRH-Fachhochschule kennen. In einer insgesamt rund zweistündigen Präsentation demonstrierten sie gestern vor Mitschülern, Lehrern und Gästen in der Aula des Goethegymnasiums, was sie während der Projekttage in dieser Woche erfahren und erlebt haben. Carmen Schmidt hatte sich für das Thema Schwangerschaft/Schwangerschaftrisiken entschieden und war beeindruckt von ihren Erlebnissen auf der Frühgeborenenstation. Und von der Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle ProFamilia hatte sie zwar schon gehört. Dass man deren Bescheinigung für einen Schwangerschaftsabbruch braucht, war ihr doch neu - auch wenn es für sie jetzt kein Thema ist. Keine allzu großen Erwartungen habe er bei den "langweiligen Themen" gehabt, gestand Oliver Scharabatka. Und war dann doch fasziniert von dem, was Aids-Beraterin Britta Gerlach den Jugendlichen erzählte. "Es war eine tolle Erfahrung, das Thema aus dieser Perspektive zu betrachten", sagte er und Isabell Tucholka konnte ihm nur beipflichten. Ein paar Tage war es für die Gymnasiasten jedenfalls einmal Unterricht "ganz nah dran am Leben". Und für Carmen Schmidt hatte das Projekt noch einen anderen Effekt: Sie möchte nach der Schule erst mal ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren.
Bildunterschrift:
Die Zehntklässler Isabell Tucholka, Carmen Schmidt und Oliver Scharabatka (v.l.) mit dem Teilnahmezertifikat für die Präventionswoche. (Foto: OTZ/Sigrun Broschardt)