Die Kasse klingelt fürs Rutheneum

Förderverein des Goethegymnasiums hilft sozial schwachen Schülern und engagiert sich vielfältig für die Schule

Von Uwe Müller Gera. Das Beste in den Jahresberichten des Fördervereins des Goethegymnasiums/Rutheneum seit 1608 steht traditionell auf der letzten Seite - da ist im Kapitel "Der Förderverein lässt die Kasse klingeln" für Schüler, Eltern, Lehrer und Gönner aufgelistet, für welche Zwecke die Gelder verwendet wurden. Für den Jahresbericht 2008/09, die Jubiläumsausgabe mit der 400-Jahr-Feier des Rutheneums, weist die Bilanz Zuschüsse in Höhe von exakt 14.955,55 Euro aus. Der größte Posten mit 4033,15 Euro sind Zuwendungen für Klassenfahrten, Studienreisen und Chorfahrten. Denn eines ist dem Förderverein um Michael Uhlig wichtig: Kein Kind muss einer solchen Exkursion fernbleiben, weil etwa die Eltern die Teilnahme nicht finanzieren könnten. Bis zu 60 Prozent der Kosten übernimmt der Förderverein. Das ist allerdings nur ein Feld von vielen, auf denen sich der rührige Verein mit seinen gegenwärtig 251 Mitgliedern engagiert: Für Arbeitsgemeinschaften, Projekte und Wettbewerbe flossen im zurückliegenden Schuljahr 720,28 Euro. 458,97 Euro Prämien für Zeugnisse und 300 Euro für die Schulpreismedaille wurden zur Verfügung gestellt. Dem Abiturball flossen 2.991,19 Euro zugute. 1.200 Euro steckte man in den Chor. Mit 840 Euro wurde die Unterrichtsarbeit unterstützt. Für Malerarbeiten in den Gängen des Hauses 2 wurden 1.835,56 Euro aufgebracht, für die Anschaffung von Stühlen für Sitzecken in diesem Schulhaus 1.332,80 Euro. Und schließlich stellte der Förderverein 1.223,60 Euro für die Herausgabe der Jahresberichte zur Verfügung - so dass die Schulchronik um ein weiteres Jahr in fortgeschriebener Form vorliegt. Seit dem Schuljahr 1993/94 gibt es diese starken Broschüren. Die verbleibenden 20 Euro wurden für den Aufkauf der Festzeitung "300 Jahre Rutheneum" verwendet. Um mit einer weiteren imponierenden Zahl aufzuwarten: 42.697,40 Euro sammelte über Jahre der Schulförderverein für die 400-Jahr-Feier des Rutheneums ein. Selbst Karl Brok, ein dänischer Gastlehrer, hatte sein Portemonnaie geöffnet, um das Schuljubiläum 2008 zu unterstützen, geht aus der Bilanz hervor. Gegründet wurde der Förderverein des Goethegymnasiums/Rutheneum seit 1608 am 10. Juni 1991 in der Aula. Damals zählte er 35 Mitglieder. "Alles Menschen, die großes Interesse an der Schule haben", erinnert sich Schulleiter Dr. Joachim Hensel. Besonders im Gedächtnis haften geblieben aus jenen Tagen ist die Reise im Frühjahr 1992 zum Treffen der Alt-Ruthenen in Heidelberg gewesen. "Wir sind mit dem Wartburg hingefahren", erinnert sich der Schulleiter. Mehr als 150 Ruthenen hatten sich zusammengefunden, "alle mit ihrer alten Schule verbunden, so dass es viele Aufnahmeanträge an den Förderverein gab". Denn diese Verwurzlung hat die deutsche Teilung überlebt - spätestens 1948 hatten die Alt-Ruthenen ihr Abitur am Geraer Gymnasium absolviert. Die Ruthenen bilden mittlerweile ein weltweites Netzwerk, haben es in Beruf und Gesellschaft zu Anerkennung gebracht, sind buchstäblich in aller Herren Länder daheim - und dennoch mit ihrer Penne verbunden. Heute rekrutiert sich der Förderverein aus den Abiturjahrgängen 1951 bis 2008/09. 530 Schülerinnen und Schüler lernen am Rutheneum, wo sie von 90 Lehrern unterrichtet werden. Darunter sind 110 Schüler in den Musikspezialklassen, die bis zur Klassenstufe 13 führt.
Bildunterschrift: Der Konzertchor des Goethegymnasiums Gera - ein Aushängeschild der Schule - beim Festakt zur 400-Jahr-Feier des Rutheneums im vergangenen Jahr im Konzertsaal des Theaters (Foto: OTZ/Uwe Müller)