Erfurter Studenten entwerfen Schulcampus am Johannisplatz

Diplomarbeiten zum ehemaligen Reussischen Regierungsgebäude

Von Christine Schimmel. Terrassierte Außenbereiche, Glasfronten, Lichthöfe, eine Mensa und unterirdische Sporthallen - so sehen Architektur-Studenten der Erfurter Fachhochschule den Um- und Erweiterungsbau des ehemaligen Reussischen Regierungsgebäudes in der Burgstraße 2/4. Ihre Ideen können die Geraer anhand von Modellen und technischen Zeichnungen bis zum 6. Oktober im Steinweg in der Bürger-Galerie von "Ja - für Gera" bestaunen. Maßgeblich angestoßen vom Studenten Thomas Laubert, der das Objekt in seiner Heimatstadt Gera vielversprechend fand und seiner Fakultät vorschlug, entwickelten die Professoren Rolf Hempelt und Michael Mann eine konkrete Aufgabenstellung für die Diplomarbeiten der Studenten. Das existierende, musisch ausgerichtete Goethe-Gymnasium/Rutheneum seit 1608 sollte durch Umbau und Ergänzung durch ein technisch-naturwissenschaftliches Gymnasium zu einem großen Schulcampus erweitert werden. Die fünf Diplomanwärter Amelie Bethge, Daniel Günther, Marcel Schindelasch, Stefanie Holland-Jobb und Mitstudent Thomas Laubert, alle spezialisiert im Fachbereich "Bauen im Bestand", beschäftigten sich also für die Abschlussarbeit zwölf Wochen lang mit Umbau und baulicher Ergänzung der vorhandenen Altbauten in Geras Zentrum am Johannisplatz. Mit Unterstützung von "Ja - für Gera", dem Fachdienst Wirtschaftsförderung/Stadtentwicklung der Stadt Gera sowie dem Landesbetrieb Thüringer Liegenschaftsmanagement arbeiteten sie ihre Entwürfe heraus. "Entstanden sind tolle Ideen, auf die Stadtplaner im Falle eines tatsächlichen Baubeginns gern zurückgreifen können", so der selbstbewusste Tenor der Studenten. "Im Vorfeld unserer Arbeit standen natürlich mehrere Begehungen am Objekt", beschreibt Marcel Schindelasch. In Verbindung mit der Aufgabenstellung der Professoren seien dann die einzelnen Konzepte entstanden. "Der Grundgedanke war, dem alten barocken Gebäude neben dem Goethegymnasium einen neu gebauten Komplex anzugliedern", erklärt Amelie Bethge und betont "bis ins kleinste Detail haben wir alles durchdacht". Schließlich mussten zahlreiche Vorgaben erfüllt werden. Anzahl und Größe der Klassenzimmer, Labors, eine Aula, Funktionsräume und eine Turnhalle waren u.a. im Entwurf unterzubringen. Auch Prof. Rolf Hempelt kam der reale Anknüpfungspunkt gerade recht, schließlich sei der immer besser als eine rein fiktive Aufgabenstellung. "Die Aussicht auf Umsetzung der Pläne ist ein zusätzlicher Ansporn für die künftigen Architekten", sagt er, unterstreicht jedoch: "die Bagger werden aber nicht anrollen". Sein Kollege Prof. Michael Mann macht v.a. auf die unterschiedlichen Facetten der einzelnen Arbeiten aufmerksam. "Alle haben unsere Vorgaben erfüllt und ihre Diplomarbeiten bestanden. Uns war natürlich die konstruktive Seite wichtig, d.h. dass das Gebäude stehen bleibt. Aber wir waren auch positiv überrascht, welche neuen und machbaren Elemente unsere Studenten eingebracht haben", betont er. (Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr)
Bildunterschrift: Im Steinweg zeigen derzeit Zeichnungen und Modelle, wie ein Schulcampus am Johannisplatz vielleicht einmal aussehen könnte. Prof. Michael Mann (2.v.l.) und Prof. Rolf Hempelt (3.v.r.) von der Erfurter Fachhochschule kamen mit ihren Architektur-Studenten zur Ausstelungseröffnung nach Gera. Thomas Laubert (l.), Amelie Bethge (3.v.l.), Daniel Günther und Marcel Schindelasch stellten ihre Diplomarbeiten zum Um- und Erweiterungsbau des ehemaligen Reussischen Regierungsgebäudes vor. (Foto: Schädlich)