Lesestoff vom Rotary Club

Im Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 Bücherspenden an Schulen übergeben

Von Sylvia Eigenrauch Gera. "Wer liest ist im Vorteil". Dieses Sprichwort zitierte gestern Thüringens Finanzministerim Birgit Diezel (CDU) vor Schülern im Goethegymnasium. Damit würdigte sie die Idee des Rotary Clubs Gera, 19 Schulen in der Stadt Gera und 39 Schulen im Landkreis Greiz mit Jugendliteratur zu beschenken. Die Liste zur Auswahl stammt von der Kinder- und Jugendbuchredaktion der Süddeutschen Zeitung. Das Geldsammeln für die Aktion "Lesen ist Zukunft" startete die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), die dafür zu ihrem 50. Geburtstag im Vorjahr 7600 Euro geschenkt bekam. Sie gab sich gestern als "begeisterte Leseratte" zu erkennen und dankte Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU) für die Übernahme der Schirmherrschaft. Der Minister reagierte mit einem Zitat, das Goethe zugeschrieben werde: "Uneigennütziges Tun bringt den besten Zins". Die Teilnahme von Prof. Karl Heinemeyer aus Erfurt, Governor vom Rotary Distrikt 1950, zu dem Gera gehört, verstand Martina Schweinsburg als Würdigung für das Engagement des Geraer Clubs. Für jenen lag es auf der Hand, den Auftakt im Goethegymnasium zu gestalten. "Weil in den nächsten Tagen über die Zukunft des altehrwürdigen Gymnasiums entschieden wird", erklärte Uwe Müller, Präsident des Rotary Club. Schulleiter Dr. Joachim Hensel kann kaum glauben dass nach dem ersten Einwohnerantrag in Thüringen der Campus jetzt als Beschlussvorschlag auf dem Tisch liegt. Er hofft, "dass die Stadträte am 3. September eine weise Entscheidung für die Bildungspolitik, die Demographie und die Stadtentwicklung treffen und dankte Birgit Diezel und CDU-Stadtrat Bernd Koob für die Unterstützung im "Kampf um die Zusammenlegung". "Ich denke, es wird einen Campus Rutheneum geben", sagte Diezel voll Zuversicht und erntete tosenden Applaus. Das Buchgeschenk nahm der Schulleiter zum Anlass, in die Geschichte zu blicken. Gestern vor 48 Jahren war die Berliner Mauer errichtet worden. "Wer wirklich etwas über die DDR erfahren will, muss Bücher lesen, die in dieser Zeit geschrieben wurden", griff Hensel eine Feststellung von Schriftsteller Christoph Hein auf. Auch andere Schulen nahmen gestern Bücherpakete entgegen, die Mitarbeiter in den Lebenshilfe-Werkstätten sortiert und verpackt hatten.
Bildunterschrift: Schüler aus dem Geraer Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 sind die ersten, die Bücher vom Rotary Club Gera erhalten. Übergeben wird die Jugendliteratur von Birgit Diezel, Finanzministerin und Landesvorsitzende der Lebenshilfe, Landrätin Martina Schweinsburg und Clubpräsident und Geraer Redaktionsleiter Uwe Müller (v.l.). (Foto: OTZ/Eigenrauch)