Viel Optimismus für den Schulcampus

Reaktionen aus Geraer Stadtratsfraktionen

Von Uwe Müller Gera. In Stadtratskreisen stößt die Ankündigung von Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm (SPD) zur Errichtung eines Schulcampus für das Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 auf Zustimmung. Linken-Fraktionsvorsitzende Margit Jung bekundete gestern Zustimmung. Noch im Juni hatte Fraktionsvize Andreas Schubert erklärt, die Partei lehne aus inhaltlichen Gründen den Einwohnerantrag, der den Schulcampus zum Ziel hat, ab. "Wir haben immer die Position bezogen, wenn zusätzliche Gelder vom Land kommen, dann befürworten wir die Zusammenlegung des Goethegymnasiums an einem Standort ebenfalls, nicht nur aus schulorganisatorischer, auch aus städtebaulicher Sicht. In der Vorlage ist die Förderung von acht Millionen Euro über den bisherigen finanziellen Darstellungen zum Goethegymnasium ausgewiesen. Damit kann an dem Gesamtschulsanierungsprogramm festgehalten werden", erklärte gestern Frau Jung. Da die politische Zielsetzung, für alle Schüler zeitgemäße Lernbedingungen zu schaffen, weiter umsetzbar bleibt, stehe einer Zustimmung der Linken nichts im Wege. Frau Jung begrüßt, dass die Arbeiten an der Gesamtschule Lusan auf 2010/11 vorgezogen werden sollen. Der Stadtrat stehe am 3. September vor einer "historischen Entscheidung", hebt CDU-Fraktionsvize Bernd Koob hervor. Er erinnerte daran, dass sich die CDU stets für die Zusammenführung des Goethegymnasiums mit Sanierung des ehemaligen reußischen Regierungsgebäudes engagiert habe. "Wenn alle Stadtratsmitglieder, die den Einwohnerantrag unterschrieben haben, zu der jetzt vorliegenden Stadtratsvorlage stehen, ist eine überwältigende Mehrheit sicher. Damit hätten wir fraktions- und parteiübergreifend nach langer Diskussion und einer leidenschaftlichen, aber immer fairen Auseinandersetzung das Beste für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für das Lehrpersonal erreicht", so Koob. Als Teilnehmer der Gesprächsrunde mit Finanzministerin Birgit Diezel, Baustaatssekretär Roland Richwien (beide CDU) und OB Dr. Vornehm stellte er klar, dass die Vertreter der Landesregierung die vielfältigen Fördermöglichkeiten von bis zu 18 Millionen Euro für das Schulbauprogramm erläutert hätten. "Diese hätten bereits abgerufen werden können, ja müssen. Die Stadt hat dies aber bisher nicht getan", so der CDU-Fraktionsvize. "Ich freue mich. Wir konnten bisher zwar das Schulkombinat verhindern, aber noch keine Lösung für die Burgstraße erreichen. Ich hoffe nur, dass nach den Wahlen alle noch zu ihren Zusagen stehen", erklärte Kerstin Thiel, Vorsitzende der Wählergemeinschaft "Arbeit für Gera". Wichtig sei, dass die Ratsvorlage keine Abstriche an den Sanierungen der anderen Schulen zulasse. FDP-Kreisvorsitzender Thomas Seyfarth signalisiert ebenfalls die Zustimmung seiner Partei zum Schulcampus. "Die OB-Vorlage liest sich so, dass die Finanzierung gesichert ist", das sei Voraussetzung.