Fachhochschule plant Rutheneum

Architektennachwuchs widmet sich dem ehemaligen reußischen Regierungsgebäude

Von Uwe Müller Gera/Erfurt. Während Geras Stadtväter noch streiten, ob das ehemalige reußische Regierungsgebäude in der Burgstraße fürs Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 saniert und ein Schulcampus errichtet wird, gehen Macher bereits ans Werk. Studenten der Fachhochschule Erfurt, Fakultät Architektur, mit den Professoren Michael Mann und Rolf Hempelt erarbeiten Nutzungsvarianten für das unter Denkmalschutz stehende Haus. Drei Alternativen waren vorgeschlagen worden, die Fachhochschule stellt die Variante Schule als Planungsaufgabe. Hier decken sich Ziele der Stadt und der Professur. Partner des Projektes sind der Fachdienst Wirtschaftsförderung/Stadtentwicklung der Stadtverwaltung sowie der Landesbetrieb Thüringer Liegenschaftsmanagement. Eingefädelt hat das Volker Tauchert, Vorsitzender des Vereines "Ja - für Gera" das Projekt. Thomas Laubert, Student aus Gera an der Fachhochschule Erfurt, hatte die gute Zusammenarbeit zwischen Bauhaus-Universität Weimar und dem Geraer Verein angeregt, das studentische Projekt mit der Erfurter Architekturfakultät anzustoßen. Anfang Juli 2008 kam der erste Kontakt zwischen Prof. Mann und Ja-für-Gera-Chef Tauchert zustande. Besichtigungen fanden statt, und nun mündeten die Kontakte in eine Vereinbarung. Im Sommersemester 2009 widmen Studenten im Rahmen ihrer Diplom-Aufgaben sich den Fragen "Bauen im Bestand". Der Auftrag an die angehenden Diplomanden lautet: Umbau und Ergänzung der Burgstraße 2, 4 in ein technisch-naturwissenschaftliches Gymnasium, das als Ergänzung des Musikgymnasiums eine sinnvolle Erweiterung des schulischen Angebotes bilden soll. Der Freistaat habe seine Unterstützung im Rahmen der Möglichkeiten zugesagt, heißt es in der Vereinbarung. Teil der Aufgabe ist, die schulischen Nutzungen sowohl in dem vorhandenen Altbau aus dem Jahre 1722 als auch in einem Neubau unterzubringen, ein intelligentes Nutzungsmanagement anzustreben. Die Erfurter Architektur-Fakultät hatte zunächst auch Projekte in anderen Städten ins Auge gefasst. Die Herausforderung und die Partnerschaft mit "Ja - für Gera" entschieden dann für die Otto-Dix-Stadt.