Heute wird gezählt

Initiatoren des Einwohnerantrages für das Goethegymnasium Gera zuversichtlich

Von Uwe Müller Gera. Schlussspurt beim Unterschriftensammeln für den Einwohnerantrag zum Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608. Allein die Wählervereinigung "Arbeit für Gera" lieferte 72 Unterschriften ab - beinahe ein Viertel der nötigen 300, die die Initiatoren zusammenbekommen müssen. Heute soll gezählt werden. Die Initiatoren sind sehr zuversichtlich und rechnen damit, dass weit über 1000 Unterschriften morgen an OB Dr. Norbert Vornehm (SPD) übergeben werden können. AfG-Fraktionschef Volker Thorey und Martina Schmidt, Mitglied des Schulausschusses des Stadtrates, bekundeten ihre Unterstützung für das Ziel, das Goethegymnasium am Johannisplatz/Burgstraße zusammenzuführen. Mit Blick auf die städtischen Finanzen interessierte sich Thorey, ob es als ersten Schritt ausreichend sei, das ehemalige reußische Regierungsgebäude zu sanieren und für die Schule herzurichten. Doch um das Gymnasium tatsächlich zusammenzubringen, braucht es den Anbau - sonst bleibt der Schulcampus Stückwerk. Außerdem müsste für die "kleine Lösung" mit dem Regierungsgebäude trotzdem die Schule auf dem Nicolaiberg saniert werden. Zwischen beiden Schulhäusern beträgt der Abstand 738 Meter, so Schulleiter Dr. Joachim Hensel. Müsste der Schulteil Nicolaiberg für die Sanierung nach Lusan umziehen, dann ist eine effektive Schulorganisation nicht mehr möglich. Falk Müller, einer der Initiatoren des Einwohnerantrages, warb bei Thüringens Finanzministerin Birgit Diezel (CDU), um Unterstützung. "Das Angebot, das alte Regierungsgebäude für einen symbolischen Euro zu verkaufen, steht. Die Förderung des Landes ist sicher, wenn der Stadtrat sich für eine Zusammenführung der Schule ausspricht. Allerdings schmeißt das Land niemand das Geld hinterher, auch nicht wenn es um das Rutheneum geht", so das Fazit von Falk Müller. Er wies zugleich Zweifel an der Kostenrechnung, die im Einwohnerantrag aufgestellt wird, zurück. "Wir benutzen die gleichen Zahlen, wie die Politiker. Sie sind in Dokumenten des Stadtrats und der Stadt nachzulesen." Auch Versuche, das Goethegymnasium gegen andere Schulen auszuspielen, werden scharf verurteilt: "Vielmehr haben die Geraer Schulen schon in der Vergangenheit zusammengehalten. Derzeit ist uns Unterstützung von verschiedenen Schulen signalisiert worden. "
Bildunterschrift: Falk Müller, einer der Initiatoren des Einwohnerantrages, im Gespräch mit Schulleiter Dr. Joachim Hensel und Volker Thorey und Martina Schmidt. (Foto: Uwe Müller)
Neue Chance (Kommentar von Uwe Müller)
Sollen jetzt Neid-Debatten den Einwohnerantrag der Jugendlichen des Geraer Goethegymitasiums in Misskredit bringen? Es gibt solche Versuche. Es wäre für die Jugendlichen die denkbar schlechteste Demokratie-Erfahrung, sollten nicht sachliche Argumente in der politischen Meinungsbildung zählen, sondern auf subtile Weise intrigiert wird. Ja, wer konsequent den Schulcampus unterstützt, der weiß, dass damit bestehende Beschlüsse des Stadtrates zu den Schulen aufgehoben werden müssen. Denn darin ist der Schulteil Nicolaiberg festgeschrieben. Das war die bessere Lösung gegenüber dem zunächst beabsichtigten Neubau eines Groß-Schulzentrums in der Reichsstraße. Aber nun hat sich mit der Ankündigung von Fördergeldern aus Erfurt eine neue Chance eröffnet, die für das Goethegvmnasium die beste Lösung verspricht.

Wahlkampf ums Rutheneum - unförmige, gesichtslose Körper mit leeren Sprechblasen zeigt dieses SPD-Plakat. Die Partei kündigt auf dem Johannisplatz vorm Goethegymnasium für heute Mittag einen Info-Stand zum Schulbauprogramm an. "Auch das Goethegymnasium wird Thema sein", teilt Stadtratskandidatin Melanie Siebelist mit. Die CDU kündigte ebenfalls einen Informationsstand zum Goethegymnasium an.(Foto: OTZ/Katrin Wiesner)