Jetzt unterschreibt auch die SPD

Einwohnerantrag für den Schulcampus Goethegymnasium/Rutheneum findet Zulauf

Von Uwe Müller Gera. Die SPD-Stadträte Sigrid Müller und Rene Gäbler haben gestern ihre Unterstützungsunterschriften für den Einwohnerantrag, der auf die Errichtung eines Schulcampus für das Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 zielt, geleistet. Enttäuscht hatten sich gestern in unserer Zeitung Initiatoren des Einwohnerantrages geäußert, dass die Sozialdemokraten nur via Handzettel mit ihnen kommunizieren würden. Das wollten Gäbler und Frau Müller nicht auf sich sitzen lassen. "Eigentlich war es doch die SPD mit, dass in Thüringen direkte Demokratie erst ermöglicht wurde", so die Kommunalpolitikerin. "Ich will hoffen, dass die Schüler am Ende nicht enttäuscht feststellen müssen, dass sie sich nur vor einen Karren haben spannen lassen", so Gäbler. "Mit Interesse haben wir verfolgt, dass Baustaatssekretär Richwien Offerten macht. Die zwei Drittel will ich sehen, wir wünschen es uns. Wenn der Scheck möglichst noch vor dem 7. Juni eintrifft, ist es eine feine Sache", so der SPD-Spitzenkandidat für den Stadtrat. Richwien hatte zwei Drittel Landesförderung bei einer Besichtigung des ehemaligen reußischen Regierungsgebäudes zugesagt. Dieses soll, so die Alternative zur aktuellen Beschlusslage, saniert und umgeaut werden. Erforderlich würde ein Funktionsbau auf dem Grundstück Reichsstraße 1a/b. Rainer Müller, Leiter der Musikspezialklassen, ist stolz, was die Gymnasiasten in wenigen Tagen bewegt haben: "Sie sind sehr engagiert und gewissenhaft."
Bildunterschrift
Unterschreiben unter den Augen von Rainer Müller, Leiter der Musikspezialklassen, für den Einwohnerantrag: Sigrid Müller und Rene Gäbler. (Foto: Uwe Müller)
Beine machen (Kommentar von Uwe Müller)
In der Geraer SPD greift offenbar die Einsicht um sich, endlich einmal die Nagelprobe zu machen, was denn an den Signalen aus Erfurt dran ist, den Schulcampus für das Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 fördern zu wollen. Beim Stadtratsbeschluss zum Konjunkturprogramm des Bundes hatte es die Rathaus-Mehrheit gescheut, die CDU-Landesregierung in Zugzwang zu bringen. Was zwar zur Klarheit der Beschlusslage beigetragen hat. Nicht aber zur Klarheit, ob die avisierte Zwei-Drittel-Förderung ein Wahlkampfmanöver der CDU sein könnte oder doch eine handfeste Zusage, auf der sich im besten Sinne des Wortes bauen ließe. Der Einwohnerantrag der Goethegymnasiasten macht den Politikern Beine - und wird in jedem Falle sämtlicher Legendenbildung den Nährboden entziehen. Schon jetzt ist die Initiative ein Erfolg.