Unterschriften bis 25. Mai

Einwohnerantrag Goethegymnasium: Grüne dafür - Linke kommen am Freitag

Von Uwe Müller Gera. Unterschriftenlisten für den Einwohnerantrag für den Schulcampus des Goethegymnasiums/Rutheneum seit 1608 finden reißend Absatz. Er setzt sich ein für die Zusammenlegung des Gymnasiums mit Sanierung des ehemaligen reußischen Regierungsgebäudes und Errichtung eines Funktionalgebäudes. Obwohl der Gesetzgeber keine Frist vorgegeben hat, binnen der die 300 Unterschriften gesammelt sein müssen, so haben die Jugendlichen den 25. Mai als Stichtag festgelegt. Sie bitten darum, am Montag bis 14 Uhr die Unterschriftenlisten in den Schulsekretariaten am Johannisplatz bzw. auf dem Nicolaiberg abzugeben. Aber auch im Gymnasium besteht die Möglichkeit, Unterstützungsunterschriften zu leisten. Gestern unterzeichneten Mitglieder der Bündnisgrünen, u.a. das ehemalige Elternbeiratsmitglied Dagmar Bachmann. Sie sind überzeugt von der Campuslösung im Stadtzentrum - sowohl aus inhaltlichen als auch aus finanziellen Gründen. Grünen-Sprecher Eugen Weber: "Wir sind schon aus ökologischen Gründen für kurze Wege. Das kann hier nur durch eine Campuslösung gewährleistet werden. Wir sind stolz auf die Schülerinnen und Schüler des Goethegymnasiums, die erstmals das Instrument des Einwohnerantrags nutzen, um ihrem Anliegen eine Stimme zu verleihen. So stellen wir uns das Ideal einer engagierten Schülerschaft vor. Mit der Sanierung des anliegenden Gebäudes wird nicht nur die Innenstadt durch weitere junge Leute belebt, für das Goethegymnasium ist es auch ein weiterer Schritt hin zu einer pädagogischen Perle, über die wir uns in Gera mit Recht freuen können. Das Verhalten des Oberbürgermeisters in dieser Sache können wir nicht nachvollziehen, nicht inhaltlich und schon gar nicht von der Art und Weise her. Die Schulleitung des Goethegymnasiums und seine Schülerinnen und Schüler verdienen es, dass Dr. Vornehm sich endlich mit ihnen in Kontakt setzt und seine Argumente darlegt. So er denn welche hat. Die SPD verteilte am Wahlkampfstand vorm Gymnasium gestern Handzettel. Darin heißt es, die Konzentration einer Schule an einem Standort habe zweifelsohne Vorteile. Allerdings sei vom Stadtrat ohne Gegenstimmen ein Schulnetz- und Schulinvestitionsprogramm beschlossen worden, das den Doppelstandort Nicolaiberg und Johannisplatz festschreibe. Außerdem seien Gelder aus dem Konjunkturpaket für den Nicolaiberg beschlossen. Da die Mittel für das Schulbauprogramm begrenzt seien und alle Geraer Schüler zeitgemäße Lernbedingungen erhalten sollen, sei der Beschluss zum Doppelstandort folgerichtig. "Die SPD zieht es scheinbar vor, über Flyer mit uns zu kommunizieren. Es bringt uns nichts, wenn sie im ersten Abschnitt Stellung pro Zusammenführung der Schule bezieht und sich dann widerspricht", so der Gymnasiast Falk Müller. Am Freitag haben sich Andreas Schubert und Mike Huster von den Linken im Gymnasium angesagt.
Bildunterschrift: Schüler des Kurses 12M des Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 unterstützen den Einwohnerantrag für den Schulcampus (Foto: OTZ/Uwe Müller)
Auf den Stundenplan (Kommentar von Uwe Müller)
Direkte Demokratie - aber nicht als Lippenbekenntnis - haben Geraer Goethegymnasiasten auf den Stundenplan der Kommunalpolitiker gesetzt. Und Erstaunen, Bewunderung, Unterstützung - aber auch Sprachlosigkeit ausgelöst. Wir sind das Volk, so die Stimme derJugend aus dem Rutheneum. Die beiden Zwölftklässlerinnen Luise Kummer und Annemarie Haase denken an ihre Geschcsdster, die ebenfalls das Goethegyartnasium besuchen. Sie können sich nicht ausmalen, wie der Schulbetrieb laufen soll, wenn alles so bleibt, wie von den Stadtvätern abgesegnet - ein Jahr das Rutheneum am Johannisplatz und auf das Schweitzergymnasium Lusan aufgeteilt. Konstantin Hammer sieht mit dem Schulcampus eine weitere Chance: Das Internat der Musikspezialklassen, bisher in Bieblach-Ost, könnte gleich mit angeschlossen werden und damit Schwung in die Innenstadt bringen.