Geras Kirchen auf der Spur

Goethegymnasiasten stellen auf eigener DVD drei sakrale Bauwerke vor

Von Sigrun Broschardt Gera. Irgendwann im Laufe des letzten Jahres haben die Glocken der Geraer Salvatorkirche, der Johannis- und der Trinitatiskirche einmal "außer der Reihe" geläutet. Warum - dieses Geheimnis lüfteten Lisa Fabian, Ernesta Mertinsaite und Philipp Zenker gestern beim Offenen Kanal Gera (OKG). Da übergaben die drei Goethegymnasiasten die ersten Exemplare ihrer DVD über diese drei großen Geraer Stadtkirchen an Superintendentin Gabriele Schaller. Und die war voll des Lobes über die Arbeit der jungen Leute und den langen Atem, den sie bewiesen haben. Auch Klaus Brodale vom Stadtarchiv denkt, dass dieses Dokument eine wertvolle Quelle sein wird, die noch in vielen Jahren genutzt werden kann. Ernestina, Lisa und Philipp sind seit der Buga in der Jugendredaktion des Offenen Kanals aktiv, außerdem in der Video-AG des Goethegymnasiums. Betreut von Gymnasiallehrer Gunnar Pietzko und Karl-Heinz Bornschein, der selbst regelmäßig Beiträge im Geraer Bürgerfernsehen produziert, haben sich die Schüler auf die Spur Geraer Kirchen begeben. Haben über ein Jahr lang recherchiert, gedreht, Material gesichtet und geschnitten. Ein immenser Aufwand. Und ein sehenswertes Ergebnis. Knapp eine Stunde lang spiegelt das die DVD wider. Jeder der drei Kirchen ist ein Beitrag gewidmet. Der Trinitatiskirche als kleinster und ältester von den dreien, der im Jugendstil erbauten Salvatorkirche, die als Schönste gilt, und der neugotischen Johanniskirche, Geras größter übrigens. Die Idee dazu stammt von Philipp Zenker. Und er gibt sogar zu, dass sie nicht ganz uneigennützig war. Fast täglich gehe er an den Kirchen vorbei, erzählt er. Gera habe sehr schöne Kirchen, sowohl in optischer als auch in historischer Hinsicht. Weil sie ihm gefallen, wollte er mehr darüber erfahren und das dann auch gleich anderen näher bringen. Und so haben sich die drei Gymnasiasten zunächst ein Grundkonzept erarbeitet, eine Art Drehbuch. Und sind dann in den Kirchen auf Erkundungstour gegangen, haben Interviews mit der Superintendentin geführt und mit den "zuständigen" Pfarrern wie Pastorin Petra Doering, Sebastian Kircheis und Stephan Buchenau. Sie haben sich über die Geschichte der Gotteshäuser informiert und deren Inneres erkundet, haben oft hinter die Kulissen geschaut. Von der begehbaren Orgel in der Johanniskirche bis hin zu allen drei Glockentürmen. Wo sie eben auch "aktiv" wurden und das ohrenbetäubende Geläut fast noch heute spüren. Es war ein hartes Stück Arbeit und nicht immer war man sich einig in den Details, beim Schnitt beispielsweise. Aber man hat einen gemeinsamen Nenner gefunden. Gabriele Schaller ist überrascht, wie viele Details die jungen Leute herausgefunden haben. Und: futuristische Elemente im Film vermitteln, dass die Kirche auch in unsere Zeit gehört, freut sie sich. Die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Bürgerfernsehen und Schule soll fortgeführt werden, sind sich Ute Reinhöfer vom OKG und Silvia Wallstabe als Stellvertretende Schulleiterin einig. Karl-Heinz Bornschein kündigt schon ein nächstes großes Video-Projekt an, für das er begeistern will. "Unser Gera - Schüler berichten über ihre Stadt" heißt es. Philipp und die beiden Mädchen haben aber auch schon ein Auge auf weitere Geraer Kirchen geworfen. Es gibt ja noch einige davon. Und wenn man bedenkt, dass Lisa und Philipp jetzt in der 9. Klasse sind und Ernestina in der 8., dann hat dieses Projekt bis zum Abi vielleicht gar nicht so schlechte Chancen. Die Filme der DVD über Geras drei große Kirchen werden ab heute im OKG ausgestrahlt.

Phillip Zenker, Ernestina Mertinsaite und Lisa Fabian (v.r.) übergeben die DVD über die drei großen Geraer Stadtkirchen an Superintendentin Gabriele Schaller.